18.10.2019, 08:41 Uhr

München (AFP) Söder: Grüne als Wettbewerber und nicht als Partner sehen

CSU-Chef Markus Söder. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Peter Kneffel (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Peter Kneffel)CSU-Chef Markus Söder. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Peter Kneffel (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Peter Kneffel)

CSU-Parteitag beginnt am Nachmittag in München

Der CSU-Vorsitzende Markus Söder sieht nicht mehr die SPD als Hauptkonkurrenten, sondern die Grünen mit Parteichef Robert Habeck. "Das Kanzlerduell wird wohl Schwarz gegen Grün sein und nicht Schwarz gegen Rot", sagte der bayerische Ministerpräsident der "Süddeutschen Zeitung" vom Freitag. Söder stellt sich am Nachmittag auf einem CSU-Parteitag erstmals zur Wiederwahl. Er war im Januar zum Nachfolger von Horst Seehofer bestimmt worden.

Mit Spannung wird erwartet, welches Ergebnis der 52-Jährige bekommt. Im Januar hatte er mit 87,4 Prozent die in der CSU als gutes Ergebnis geltende 90-Prozent-Marke verfehlt. Auf dem zweitägigen Parteitag soll außerdem am Samstag eine Parteireform beschlossen werden. Die CSU will sich in Führungspositionen verjüngen und zudem den Anteil von Frauen in Parteiämtern erhöhen.

Söder bezweifelte, dass Habeck das Zeug zum Kanzler hat. "Herr Habeck ist sicher ein spannender Philosoph. Aber ob er wirklich in der Lage wäre, dieses Land auch in Zeiten von konjunktureller Schwäche zu führen - da bleiben viele Fragezeichen", sagte der CSU-Chef der "Süddeutschen Zeitung". Dass sich zwei Drittel der CSU-Anhänger und Parteivize Manfred Weber für ein schwarz-grünes Bündnis in Berlin aussprechen, hält Söder für einen strategischen Fehler: "Wir sollten die Grünen als Wettbewerber und nicht als Partner sehen."

Die Schwesterpartei CDU rief Söder zu mehr Unterstützung für ihre Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer auf. Er finde, dass sie "mehr Respekt und Solidarität verdient hat". Söder sagte, er sei Kramp-Karrenbauer "dankbar, dass wir wieder die Einheit der Union herstellen konnten". Zur CDU-internen Diskussion über die Nachfolge von Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte Söder: "Personaldebatten helfen nie." Stattdessen brauche die Union eine grundlegende Strategiedebatte.

Im Bayerischen Rundfunk sprach sich Söder erneut gegen eine Urwahl für die Festlegung des Unionskanzlerkandidaten aus. "Ich bin skeptisch", sagte er. "Eine Urwahl würde bedeuten, dass die CSU quasi nicht mitentscheiden kann." Wenn am Ende "drei, vier Kandidaten mit 20 Prozent herauskommen, dann kann keiner antreten", so Söder. Das beste Verfahren sei für ihn nach wie vor, wenn die Parteivorsitzenden von CDU und CSU zu geeigneter Zeit einen Vorschlag machten.

Das letzte Wort über die Modalitäten der Kandidatenbenennung haben die Parteitage von CDU und CSU. Die Junge Union will beim CDU-Bundesparteitag in November einen Antrag auf Urwahl des Kandidaten einbringen. Die Junge Union Bayern will zudem einen entsprechenden Antrag auf dem CSU-Parteitag einbringen.


0 Kommentare