11.10.2019, 18:21 Uhr

Washington (AFP) USA stationieren 3000 zusätzliche Soldaten in Saudi-Arabien

Die Ölanlage im saudi-arabischen Abkaik nach dem Angriff. Quelle: AFP/Archiv/- (Foto: AFP/Archiv/-)Die Ölanlage im saudi-arabischen Abkaik nach dem Angriff. Quelle: AFP/Archiv/- (Foto: AFP/Archiv/-)

Pentagon: Kein "Konflikt" mit dem Iran angestrebt

Die USA weiten vor dem Hintergrund der Spannungen mit dem Iran ihre Truppenpräsenz in Saudi-Arabien deutlich aus. Insgesamt würden 3000 zusätzliche Soldaten in dem Königreich stationiert, teilte Pentagonchef Mark Esper am Freitag mit. Er kommt damit nach eigenen Angaben einer Anfrage des saudiarabischen Kronprinzen und Verteidigungsministers Mohammed bin Salman nach.

Die Truppen sollten das Land vor möglichen "weiteren iranischen Aggressionen" schützen, sagte Esper. Die USA und Saudi-Arabien machen den Iran für die Luftangriffe auf zwei saudiarabische Ölanlagen von Mitte September verantwortlich. Teheran bestreitet aber jegliche Verantwortung für die Attacken. Zu den Angriffen bekannt hatten sich die schiitischen Huthi-Rebellen aus dem Jemen, die vom Iran unterstützt werden.

Als Reaktion auf die Luftangriffe hatte das US-Verteidigungsministerium bereits Ende September die Entsendung von 200 weiteren Soldaten nach Saudi-Arabien angekündigt. Diese 200 sind in der jetzt genannten Gesamtzahl von 3000 zusätzlichen Soldaten enthalten.

Ein Teil dieser Truppen wurde nach Angaben des Pentagon bereits nach Saudi-Arabien verlegt, die übrigen sollen in nächster Zeit hinzukommen. Zudem genehmigte Esper den Angaben zufolge die Verlegung von zwei Batterien von Patriot-Flugabwehrraketen und einer THAAD-Raketenabwehranlage nach Saudi-Arabien.

Die Luftangriffe von Mitte September hatten die saudiarabische Ölproduktion zeitweise einbrechen und den globalen Ölpreis steigen lassen. US-Präsident Donald Trump reagierte auf die Attacken anfänglich mit martialischer Rhetorik. Sein Land stehe mit "geladener" Waffe bereit, erklärte er damals. Schon wenig später sagte Trump dann aber, er wolle einen militärischen Konflikt mit dem Iran möglichst vermeiden.

Das Pentagon erklärte nun zu der Stationierung der 3000 Soldaten, die USA suchten nicht "den Konflikt" mit dem Iran. Doch wollten die Vereinigten Staaten eine "robuste" Militärpräsenz in der Region haben, um auf "jegliche Krise" reagieren zu können, betonte Ministeriumssprecher Jonathan Hoffman.

Bereits vor den Luftangriffen von Mitte September waren rund 500 US-Soldaten in Saudi-Arabien stationiert. Sie wurden im Sommer als Teil einer Truppenverstärkung im Nahen Osten dorthin verlegt, welche das Pentagon als Reaktion auf mehrere Angriffe auf Öltanker im Golf von Oman sowie den Abschuss einer US-Aufklärungsdrohne durch eine iranische Rakete angeordnet hatte. Zuvor waren seit 2003 keine US-Truppen in Saudi-Arabien stationiert gewesen.


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