08.10.2019, 13:06 Uhr

Berlin (AFP) Klimaschutzaktivisten setzen Proteste in Berlin zweiten Tag in Folge fort

Aktivisten protestieren an der Siegessäule in Berlin. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Christophe Gateau (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Christophe Gateau)Aktivisten protestieren an der Siegessäule in Berlin. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Christophe Gateau (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Christophe Gateau)

Räumung von Blockade an Siegessäule steht bevor - Protest auch in CDU-Zentrale

Klimaaktivisten des Bündnisses Extinction Rebellion haben ihre Straßenblockaden in Berlin am Dienstag den zweiten Tag in Folge fortgesetzt. Die Polizei räumte nach eigenen Angaben bis zum Mittag den zentralen Potsdamer Platz, der große Verkehrskreisel an der Siegessäule im Tiergarten blieb aber zunächst weiter besetzt. Die Proteste sind Teil einer globalen Aktion von Extinction Rebellion.

Nach übereinstimmenden Angaben der Polizei und des Bündnisses stand am Dienstagnachmittag allerdings die Räumung der Straßenblockade an der Siegessäule unmittelbar bevor. Diese sollte demnach in Kürze beginnen. Parallel drangen einige Klimaaktivisten laut Extinction Rebellion in die Bundeszentrale der CDU in der Hauptstadt vor.

Auf Twitter veröffentlichte die Gruppe ein Video, auf dem mehrere singende und tanzende Menschen im Eingangsbereich zu sehen waren. Zugleich gab es laut Aktionsbündnis im Stadtbereich noch weitere kleinere dezentrale Proteste. Ebenfalls auf Twitter meldete das Bündnis etwa eine Besetzung der Leipziger Straße durch 30 Menschen.

Die Bewegung Extinction Rebellion will mit Aktionen sogenannten zivilen Ungehorsams den Druck auf Regierungen weltweit erhöhen, mehr gegen den Klimawandel zu tun. Seit Montag gehen die Aktivisten in mehreren Ländern auf die Straßen, auch anderswo kam es bereits zu Blockaden und anderen Formen des Protests. In den kommenden beiden Wochen plant das Aktionsbündnis Proteste in rund 60 Städten rund um den Globus. Auch in Berlin waren mehrtägige Aktionen angekündigt.

Laut Extinction Rebellion hatten mehrere hundert Menschen die Nacht zum Dienstag mit Zelten und Schlafsäcken auf dem Potsdamer Platz sowie an der Siegessäule verbracht. Auf den Fahrbahnen am Potsdamer Platz ketteten sich Aktivisten demnach außerdem mit speziellen Mechanismen unter anderem an einem Lastwagen fest.

Die Polizei hatte sich nach eigenen Angaben während der Nacht vom Potsdamer Platz zurückgezogen und ließ die Aktivisten gewähren. Am Dienstagmorgen starteten die Beamten die Räumung. Teilnehmer wurden aufgefordert, die Kreuzung in der Nähe des Regierungsviertels zu verlassen. Die meisten Demonstranten seien dem nachgekommen, hieß es weiter. "Vereinzelt" seien auch Teilnehmer weggetragen worden.

Anschließend machten sich die Einsatzkräfte mit Unterstützung von Feuerwehrleuten daran, die festgeketteten Demonstranten aus ihren Vorrichtungen zu lösen. Die Arbeiten dauerten längere Zeit. Laut Polizei war der Potsdamer Platz erst gegen Mittag wieder befahrbar.

Am Dienstagnachmittag kündige die Polizei den Beginn der Räumung der Straßen an der Siegessäule an. Demonstranten sollten zunächst dazu bewegt werden, die Fahrbahnen freiwillig zu verlassen, teilten die Beamten auf Twitter mit. Falls dies nicht erfolge, würden Platzverweise ausgesprochen und gegebenenfalls Menschen von der Straße getragen.


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