06.10.2019, 14:40 Uhr

Paris (AFP) Innenminister Castaner schließt nach Messerangriff in Paris Rücktritt aus

Christophe Castaner le 17 septembre 2019 à Marseille. Quelle: AFP/Archiv/CLEMENT MAHOUDEAU (Foto: AFP/Archiv/CLEMENT MAHOUDEAU)Christophe Castaner le 17 septembre 2019 à Marseille. Quelle: AFP/Archiv/CLEMENT MAHOUDEAU (Foto: AFP/Archiv/CLEMENT MAHOUDEAU)

"Schwachstellen" in der polizeiinternen Beobachtung des Täters eingestanden

Der französische Innenminister Christophe Castaner hat nach der tödlichen Messerattacke im Pariser Polizeipräsidium einen Rücktritt ausgeschlossen. Diese Frage stelle sich für ihn nicht, sagte Castaner am Sonntag dem Fernsehsender TF1. Es habe "Schwachstellen" und "Störungen" in der polizeiinternen Beobachtung des 45-jährigen Täters gegeben. So sei "nicht das kleinste Alarmsignal" ausgelöst worden.

Der langjährige Mitarbeiter der Polizeipräfektur hatte am Donnerstag vier Kollegen erstochen und zwei weitere verletzt, bevor er von einem Polizisten erschossen wurde. Castaner wurde am Wochenende von Politikern rechter Parteien zum Rücktritt aufgefordert. Premierminister Edouard Philippe sprach dem Innenminister am Sonntag sein "volles Vertrauen" aus.

Castaner bedauerte, dass es keine "Störmeldung" gegeben habe, nachdem der Mitarbeiter des Polizeipräfektur den von Islamisten verübten Anschlag auf die Redaktion der Satirezeitung "Charlie Hebdo" im Jahr 2015 gutgeheißen hatte, bei dem zwölf Menschen getötet wurden.

Der Innenminister wurde gefragt, warum er wenige Stunden nach dem Messerangriff gesagt habe, dass der Täter keine "Verhaltensauffälligkeiten" gezeigt habe. Dazu sagte Castaner am Sonntag, dass es in den Unterlagen über den Täter keinen Hinweis gegeben habe, dass er sich radikalisiert habe. Nach Angaben der Ermittler hatte der 45-Jährige Kontakte zu Mitgliedern der radikalislamischen Salafistenbewegung.


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