06.10.2019, 00:57 Uhr

Paris (AFP) Philippe kündigt nach Pariser Messerangriff Überprüfung der Sicherheitsdienste an

Sicherheitskräfte vor dem Pariser Polizei-Hauptquartier. Quelle: AFP/Bertrand GUAY (Foto: AFP/Bertrand GUAY)Sicherheitskräfte vor dem Pariser Polizei-Hauptquartier. Quelle: AFP/Bertrand GUAY (Foto: AFP/Bertrand GUAY)

Frankreichs Regierungschef will interne Kontrollmechanismen evaluieren

Nach dem tödlichen Messerangriff im Pariser Polizeipräsidium hat Frankreichs Regierungschef Edouard Philippe eine Überprüfung der Sicherheitsdienste mit Blick auf die Radikalisierung von Mitarbeitern angekündigt. Dazu werde es zwei Aufklärungsmissionen geben, sagte Philippe der Zeitung "Journal du Dimanche". Eine Mission beziehe sich auf die nachrichtendienstliche Abteilung der Pariser Polizei (DRPP), in welcher der 45-jährige Angreifer jahrelang gearbeitet hatte. Die zweite Mission werde sich über alle Geheimdienste erstrecken, die sich mit Extremismus befassen.

Die Untersuchung zur Pariser Polizei solle bis Ende Oktober abgeschlossen sein, sagte Philippe. Sie soll offenlegen, ob die internen Mechanismen für den Fall einer Radikalisierung von Mitarbeitern umgesetzt wurden. Die zweite Mission zu allen Geheimdiensten ziele darauf ab, die internen Prozesse zur Aufdeckung radikaler Mitarbeiter zu überprüfen. Ergebnisse hierzu würden bis Ende des Jahres vorliegen.

Für Frankreichs Geheimdienste habe die "Erkennung interner Bedrohungen absolute Priorität", sagte Philippe. Anzeichen für eine mögliche Radikalisierung dürften niemals "ohne Antwort bleiben".

Der 45-jährige langjährige Mitarbeiter des Pariser Polizeipräsidiums hatte am Donnerstag vier Kollegen erstochen und zwei weitere verletzt, bevor er von einem Polizisten erschossen wurde. Er war vor 18 Monaten zum Islam übergetreten. Nach Angaben der Anti-Terror-Staatsanwaltschaft war er ein Anhänger des radikalen Islam und hatte Kontakte zur Salafistenbewegung. Er arbeitete seit 2003 im Polizeipräsidium.


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