04.10.2019, 22:21 Uhr

San Francisco (AFP) Microsoft: Mehr als 2700 iranische Cyber-Angriffe auf Ziele im US-Wahlkampf

Microsoft warnt vor iranischen Cyber-Angriffen. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Felix Kästle (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Felix Kästle)Microsoft warnt vor iranischen Cyber-Angriffen. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Felix Kästle (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Felix Kästle)

US-Softwarekonzern: Attacken auch auf Wahlkampfteam

Aus dem Iran sind nach Angaben von Microsoft hunderte Cyber-Angriffe auf Ziele in Verbindung mit dem US-Präsidentschaftswahlkampf unternommen worden. Die Hacker hätten binnen 30 Tagen mehr als 2700 Versuche gestartet, sich Zugang zu E-Mail-Konten von Journalisten, Regierungsmitarbeitern und einem Wahlkampfteam in den Vereinigten Staaten zu verschaffen, erklärte der Vertreter des US-Softwarekonzern Tom Burt in einem Online-Beitrag am Freitag. In vier Fällen seien Konten beeinträchtigt worden.

Welches Wahlkampfteam von den Cyber-Attacken betroffen war, ließ Burt offen. Die Sicherheitsabteilung von Microsoft beobachtete demnach die Aktivitäten der "Phosphorous" genannten Hacker-Gruppe über einen im September ausgelaufenen Zeitraum von einem Monat. Die Angreifer kamen demnach aus dem Iran und hatten Verbindung zur iranischen Regierung. Sie hätten versucht, die Passwörter ihrer Opfer auszuspähen. Zu diesen zählten auch prominente Exil-Iraner.

Die Angriffe seien technisch zwar nicht komplex gewesen, erklärte Burt weiter. Allerdings zeugten die Attacken von einer "hoch motivierten" Gruppe, die "Zeit und Ressourcen" in beträchtlichem Ausmaß investiert habe. Microsoft informierte die Opfer der Angriffe demnach über die Vorgänge und riet ihnen zu verstärkten Sicherheitsvorkehrungen.

Der US-Konzern Facebook hatte zuvor mehr als 2600 gefälschte Zugänge in seinem Online-Netzwerk gesperrt. Diese standen im Verdacht, mit dem Iran, Russland, Mazedonien und dem Kosovo verbunden zu sein und politischen Einfluss in anderen Ländern anzustreben. Auch mit Blick auf den US-Präsidentschaftswahlkampf im kommenden Jahr werden Einmischungen aus dem Ausland befürchtet.


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