04.10.2019, 10:43 Uhr

Wiesbaden (AFP) Weinernte fällt geringer aus als im Rekordjahr 2018

Weinernte fällt geringer aus. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Friso Gentsch (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Friso Gentsch)Weinernte fällt geringer aus. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Friso Gentsch (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Friso Gentsch)

Deutsches Weininstitut verweist auf Trockenheit das zweite Jahr in Folge

Die Weinernte in Deutschland wir in diesem Jahr geringer ausfallen als im Rekordjahr 2018. Die Winzer erwarten einen Rückgang um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden unter Berufung auf erste Schätzungen mitteilte. Gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2018 wird die Erntemenge 2019 den Angaben zufolge aber voraussichtlich um 0,12 Millionen Hektoliter oder 1,4 Prozent höher liegen.

Insgesamt wird für dieses Jahr mit 9,04 Millionen Hektolitern Wein gerechnet. Im mengenmäßig starken Jahrgang 2018, als der trockene und heiße Sommer den Winzern die höchste Erntemenge seit 1999 bescherte, waren es 10,4 Millionen Hektoliter.

Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) mitteilte, geht der Rückgang bei den Erträgen insbesondere auf das zweite trockene Jahr in Folge, aber auch Sonnenbrandschäden an den Trauben sowie regional begrenzte Hagelschläge zurück. Allerdings gebe es in diesem Jahr sowohl zwischen den Anbaugebiete als auch innerhalb der einzelnen Regionen und sogar innerhalb einzelner Weinlagen relativ große Unterschiede.

Einer ersten DWI-Ertragsschätzung zufolge wird die bundesweite Weinmosternte 2019 mit voraussichtlich 8,6 Millionen Hektolitern 17 Prozent unter der Vorjahresmenge und zwei Prozent unter dem zehnjährigen Mittel von 8,8 Millionen Hektolitern liegen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes entfallen von der gesamten Weinerntemenge in diesem Jahr 65 Prozent auf Weißmost und 35 Prozent auf Rotmost. Insbesondere in den Anbaugebieten Mosel (90 Prozent), Rheingau (86 Prozent) und Mittelrhein (85 Prozent) wird fast ausschließlich Weißmost erzeugt. Die Erntemenge von Riesling, der beliebtesten deutschen Rebsorte, dürfte im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr um 333.000 Hektoliter oder 15 Prozent auf 1,94 Millionen Hektoliter abnehmen.

Auch für die übrigen weißen Rebsorten Müller-Thurgau (1,20 Millionen Hektoliter, minus 20 Prozent), Grauer Burgunder (536.600 Hektoliter, minus 20 Prozent) und Weißer Burgunder (477.600 Hektoliter, minus 14 Prozent) werden Rückgänge erwartet. Dagegen wird für die Rebsorte Grüner Silvaner mit steigenden Erträgen gerechnet (423.800 Hektoliter, plus drei Prozent).

Bei den roten Rebsorten werden im Jahr 2019 ebenfalls geringere Erträge als im Vorjahr erwartet. So wird schätzungsweise die Erntemenge von Blauem Spätburgunder (962.000 Hektoliter, minus 5,1 Prozent), von Dornfelder (797.700 Hektoliter, minus 6,7 Prozent) und von Portugieser (296.200 Hektoliter, minus 12,6 Prozent) abnehmen.

Für die drei großen Weinanbaugebiete Rheinhessen (2,48 Millionen Hektoliter), Pfalz (2,27 Millionen Hektoliter) und Baden (1,39 Millionen Hektoliter) werden gut zwei Drittel der gesamten deutschen Erntemenge erwartet. Weitere 24 Prozent entfallen voraussichtlich auf Württemberg (1,01 Millionen Hektoliter), Mosel (689.000 Hektoliter) und Franken (422.100 Hektoliter). Die restlichen rund zehn Prozent verteilen sich auf die sieben kleineren Anbaugebiete.


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