03.10.2019, 04:50 Uhr

Seoul (AFP) Nordkorea bestätigt Test von unter Wasser abgefeuerter ballistischer Rakete

Neuer nordkoreanischer Raketentest. Quelle: KCNA VIA KNS/AFP/KCNA VIA KNS (Foto: KCNA VIA KNS/AFP/KCNA VIA KNS)Neuer nordkoreanischer Raketentest. Quelle: KCNA VIA KNS/AFP/KCNA VIA KNS (Foto: KCNA VIA KNS/AFP/KCNA VIA KNS)

USA warnen Pjöngjang vor "Provokationen"

Nordkorea hat den Test einer U-Boot-gestützten ballistischen Rakete bestätigt. Das "neuartige" Fluggeschoss Pukguksong-3 sei aus den Gewässern vor der Bucht von Wonsan abgefeuert worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Donnerstag. Der erfolgreiche Test vom Vortag läute eine "neue Phase" in der Abwehr der "äußeren Bedrohung" ein.

Machthaber Kim Jong Un habe den am Test Beteiligten "warme Glückwünsche" ausgesprochen, schrieb KCNA weiter. Veröffentlichte Fotos zeigten, wie eine schwarz-weiße Rakete aus dem Wasser aufsteigt.

Der südkoreanische Generalstab hatte am Mittwoch erklärt, Nordkorea habe einen weiteren Raketentest vorgenommen und dabei womöglich eine U-Boot-gestützte ballistische Rakete abgefeuert. Die Rakete flog demnach 450 Kilometer weit und stürzte dann ins Meer. Die japanische Regierung erklärte, ein Teil des Geschosses habe japanische Gewässer erreicht.

Sollte Nordkorea tatsächlich in der Lage sein, ballistische Raketen von U-Booten aus abzufeuern, wäre das ein bedeutsamer Schritt bei den Rüstungsbemühungen des international isolierten Landes. Pjöngjang könnte dann Angriffe von anderen Orten als dem nordkoreanischen Festland aus starten - und wäre auch nach einem möglichen Angriff auf seine Militärstützpunkte reaktionsfähig.

Allerdings gehen Experten davon aus, dass die Rakete am Mittwoch nicht von einem U-Boot aus abgefeuert wurde, sondern von einer versenkbaren Plattform. Darauf deuten die veröffentlichten Fotos hin, auf denen neben der aufsteigenden Rakete ein Schleppschiff zu sehen ist.

Ankit Panda von der Vereinigung von US-Wissenschaftlern warnte aber, es habe sich um den ersten nordkoreanischen Test einer atomwaffenfähigen Rakete seit November 2017 gehandelt. Der "Raketenmann" Kim sei auch während seiner "diplomatischen Charmeoffensive" bei der Rüstung aktiv gewesen.

Nordkorea hatte in den vergangenen Wochen bei Tests mehrfach ballistische Kurzstreckenraketen abgefeuert. Erst am Dienstag kündigte die Regierung in Pjöngjang dann an, die Atomgespräche mit den USA in dieser Woche wieder aufnehmen zu wollen.

Nach dem erneuten Raketentest warnte das US-Außenministerium Nordkorea vor "Provokationen". UN-Resolutionen verbieten Pjöngjang jeglichen Start ballistischer Raketen.

Bereits in der Vergangenheit hatte Nordkorea kurz nach einem Gesprächsangebot Waffen getestet. Experten zufolge will die Führung in Pjöngjang damit den Druck auf die Gegenseite erhöhen.

Die Verhandlungen zwischen den USA und Nordkorea über eine Denuklearisierung kommen seit Monaten nicht von der Stelle. Bei einem Gipfeltreffen in Hanoi im Februar hatten US-Präsident Donald Trump und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un keine Einigung über Schritte zur atomaren Abrüstung Nordkoreas erzielt.

Ende Juni trafen sich Trump und Kim erneut in der entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea. Dabei einigten sie sich auf eine Fortsetzung der Gespräche auf Arbeitsebene.


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