30.09.2019, 11:27 Uhr

Wien (AFP) Kurz erwartet nach Wahlsieg lange Koalitionsverhandlungen in Österreich

Österreichs Ex-Kanzler Sebastian Kurz. Quelle: AFP/JOE KLAMAR (Foto: AFP/JOE KLAMAR)Österreichs Ex-Kanzler Sebastian Kurz. Quelle: AFP/JOE KLAMAR (Foto: AFP/JOE KLAMAR)

Grünen-Parteichef kündigt "aktive" Gespräche mit Kurz' ÖVP an

Österreichs Ex-Kanzler Sebastian Kurz erwartet nach seinem klaren Sieg bei der Parlamentswahl länger andauernde Koalitionsverhandlungen. Die Gespräche könnten "dieses Mal etwas herausfordernder werden", sagte Kurz am Montag laut der Nachrichtenagentur APA im Radiosender Ö1. Er werde "natürlich Gespräche mit allen Parteien suchen und versuchen festzustellen, mit welchen Parteien es eine gute Schnittmenge gibt".

Daraus werde sich ergeben, "mit welchen Parteien auch eine Bildung einer stabilen Regierung möglich ist", sagte der Chef der konservativen ÖVP. Koalitionsverhandlungen seien "immer eine Herausforderung". Es sei "auf jeden Fall eine Phase, die Besonnenheit und Durchhaltevermögen braucht". Auf künftige Partner ließ sich Kurz nicht festlegen.

Die Grünen, zweiter großer Gewinner der Wahl vom Sonntag, signalisierten bereits Gesprächsbereitschaft. Grünen-Parteichef Werner Kogler kündigte an, "aktiv" Gespräche zu suchen. Diese sollen dazu dienen, "zu erkennen, ob es sinnvoll ist, ernsthaftere Verhandlungen einzuleiten", sagte Kogler laut APA im ORF-Radio. Schnittmengen mit der ÖVP seien auf den ersten Blick vielleicht "nicht so erkennbar vorhanden".

Auch die liberalen Neos stehen nach eigenen Angaben für Koalitionsgespräche bereit. Das bekräftigte Parteichefin Beate Meinl-Reisinger laut APA vor der Vorstandssitzung der Partei. "Wir können beides", Regierung und Opposition, sagte sie demnach.

Die Parteien starten nach der Parlamentswahl in interne Beratungen über die nächsten Schritte. Die Gremien von SPÖ und Neos sollten bereits am Montag zusammenkommen. Kurz' ÖVP, die rechtspopulistische FPÖ von Norbert Hofer und die Grünen haben Gespräche für Dienstag vorgesehen.

Bei der Wahl am Sonntag hatte Kurz' ÖVP deutlich zugelegt und war mit rund 37 Prozent der Stimmen auf Platz eins gelandet. Mit großem Abstand dahinter folgte die SPÖ, die auf etwa 22 Prozent abstürzte.

Noch deutlicher war der Absturz bei der FPÖ. Die Partei verlor fast zehn Punkten und kam auf noch etwa 16 Prozent. Auf die Grünen entfielen rund 14 Prozent der Stimmen - bei der vorhergehenden Wahl war die Partei noch an der Vier-Prozent-Hürde gescheitert.


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