29.09.2019, 21:36 Uhr

Berlin (AFP) Lambrecht will bei Hass-Postings Netzwerkbetreiber in die Pflicht nehmen

Christine Lambrecht. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Wolfgang Kumm (Foto: dpa/AFP/Archiv/Wolfgang Kumm)Christine Lambrecht. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Wolfgang Kumm (Foto: dpa/AFP/Archiv/Wolfgang Kumm)

Volksverhetzung und Morddrohungen sollen gemeldet werden müssen

In der Debatte um Beleidigungen und sogenannte Hass-Postings im Internet hat Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) angekündigt, das Netzwerkdurchsetzungsgesetz verschärfen zu wollen. Netzwerkbetreiber müssten dazu verpflichten werden, dass "Volksverhetzungen oder Mordbedrohungen an die Ermittlungsbehörden gemeldet werden müssen", sagte sie am Sonntag in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". "Eine solche Verpflichtung will ich einführen."

"Ich weiß nicht, warum man da erst abwarten muss, bis die Opfer aktiv werden", sagte Lambrecht mit Blick auf die ausufernde Hass-Rhetorik im Internet. "Sondern ich glaube, dass ist in der Pflicht derjenigen, auf deren Plattformen so etwas auch veröffentlicht wird."

Die Debatte um sogenannte Hass-Postings hatte durch die umstrittene Gerichtsentscheidung zu Beleidigungen gegen die Grünen-Politikerin Renate Künast im Internet neue Nahrung erhalten. Darin hatten die Richter entschieden, dass auf Künast gemünzte bösartige Kommentare bei Facebook von der Politikerin hingenommen werden müssten.


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