27.09.2019, 14:21 Uhr

Paris (AFP) Steinmeier reist zu Trauerfeier für Jacques Chirac in Paris

Ein Anhänger Chiracs mit einem Foto des Ex-Präsidenten im Elysée-Palast. Quelle: AFP/DOMINIQUE FAGET (Foto: AFP/DOMINIQUE FAGET)Ein Anhänger Chiracs mit einem Foto des Ex-Präsidenten im Elysée-Palast. Quelle: AFP/DOMINIQUE FAGET (Foto: AFP/DOMINIQUE FAGET)

Beerdigung des verstorbenen Ex-Präsidenten am Montag im kleinsten Kreise

Mit einer großen Trauerfeier im Pariser Invalidendom nimmt Frankreich am Sonntag Abschied von dem verstorbenen früheren Präsidenten Jacques Chirac. Zu einer weiteren Zeremonie am Montag wird auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Paris erwartet, wie sein Berliner Büro am Freitag mitteilte. Zu Wochenbeginn soll Chirac im kleinsten Kreis auf dem Pariser Friedhof Montparnasse beigesetzt werden. Präsident Emmanuel Macron würdigte den früheren Staatschef als "großen Franzosen" und als "herausragende politische Persönlichkeit".

Auf Wunsch der Familie soll die Zeremonie im Invalidendom am Sonntag ab 14.00 Uhr Chiracs Rolle als volksnaher Staatschef unterstreichen. Die Franzosen sollen demnach die Möglichkeit erhalten, sich um den Sarg ihres ehemaligen Präsidenten zu versammeln.

Dies würdige "die starke Beziehung, die Jacques Chirac zu den Franzosen hatte", sagte sein Schwiegersohn Frédéric Salat-Baroux, der mit Chiracs Tochter Claude verheiratet ist. "Alle, die ihn lieben, können kommen", betonte er mit Blick auf die Trauerfeier im Invalidendom.

Hunderte Menschen trugen sich im Elysée-Palast bereits in Kondolenzbücher ein. Chirac sei ein "großer Humanist" gewesen, schrieb ein Besucher. Der Ex-Staatschef bleibe in Erinnerung, weil er Frankreich im Ausland würdig vertreten habe, schrieb ein anderer. Noch bis Sonntag steht der Elysée-Palast für Besucher offen.

Am Montag soll Chirac auf dem Friedhof Montparnasse in dem Grab beigesetzt werden, in dem bereits seine 2016 gestorbene Tochter Laurence liegt. Dies entspreche dem Wunsch seiner Frau Bernadette, hieß es.

Am Montag wird Chirac zudem im Beisein Macrons mit einer eintägigen Staatstrauer und einer Totenmesse in der Kirche Saint-Sulpice in Paris geehrt. Zu der Trauerfeier wird auch Steinmeier erwartet, der dafür nach Angaben des Präsidialamts einen Ruhrgebietstag mit Besuchen in Duisburg, Gelsenkirchen und Dortmund verschob. In französischen Schulen und Behörden ist dann um 15.00 Uhr am Montag eine Schweigeminute geplant.

Chirac gehe nun "in die Geschichte" Frankreichs ein, hatte Macron am Donnerstagabend bei einer Fernsehansprache gesagt. Der frühere Staatschef war am Donnerstagmorgen im Alter von 86 Jahren nach langer Krankheit gestorben.

Er war von 1995 bis 2007 Präsident Frankreichs. Zuvor war er Premierminister des Landes und Bürgermeister von Paris. Auch international wurde sein Tod mit Bestürzung aufgenommen: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte, Chirac sei "ein großer Staatsmann und Europäer" gewesen.

Die Pariser Stadtverwaltung ließ Bilder Chiracs auf eine Leinwand auf dem Vorplatz des Rathauses projizieren. Das Rathaus sagte unter Rücksichtnahme auf die Trauerfeiern mehrere Veranstaltungen ab. Auch eine für Montag geplante Grundsatzdebatte zur Flüchtlingspolitik in der Pariser Nationalversammlung wurde aufgeschoben.


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