25.09.2019, 08:00 Uhr

Berlin (AFP) Verdi und Verbraucherschützer erfreut über Staatshilfe für Condor

Condor-Maschine in Berlin. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Patrick Pleul (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Patrick Pleul)Condor-Maschine in Berlin. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Patrick Pleul (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Patrick Pleul)

Bund und Hessen bürgen gemeinsam für Überbrückungskredit

Die Gewerkschaft Verdi sowie Verbraucherschützer haben den vom Bund bewilligten Überbrückungskredit für die deutsche Thomas-Cook-Tochter Condor begrüßt. So könne die Fluggesellschaft in den nächsten Monaten weiterarbeiten und ihre Leistungen für die Kunden aufrechterhalten, erklärte die Dienstleistungsgewerkschaft am Mittwoch. "Damit sind auch die Arbeitsplätze der Beschäftigten für die nächste Zeit gesichert", betonte Bundesvorstandsmitglied Christine Behle mit Blick auf rund 5000 betroffene Beschäftigte.

Condor sei für sich gesehen ein profitables Unternehmen und es müsse "alles unternommen werden", um die Airline zu erhalten, fuhr die Gewerkschafterin fort. Es sei deshalb gut, dass sowohl das Land Hessen als auch der Bund "Verantwortung für Condor und die Beschäftigten übernommen haben".

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte am Dienstagabend erklärt, dass Condor ein staatliches Darlehen in Höhe von 380 Millionen Euro erhalten soll. Die Bürgschaft für das sechsmonatige Darlehen übernehmen je zur Hälfte der Bund und das Land Hessen. Thomas Cook hatte in der Nacht zum Montag Insolvenz angemeldet und seinen Betrieb eingestellt. Der Ferienflieger Condor erhielt sein Angebot aufrecht und beantragte dafür einen Überbrückungskredit.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) erklärte laut "Handelsblatt", es sei "wichtig, dass Condor weiterfliegen kann". Der Kredit schütze hunderttausende Reisende sowie die Arbeitsplätze im Unternehmen. Bedingung für den Erfolg sei jedoch, "dass der Überbrückungskredit nicht in die Insolvenzmasse von Thomas Cook einzahlt, sondern ausschließlich von Condor für den Weiterbetrieb genutzt werden kann", sagte Marion Jungbluth vom vzbv der Zeitung.

Der vzbv forderte zudem erneut mehr Anstrengungen, um die Folgen von Insolvenzen für Verbraucher künftig abzumildern. Nötig sei eine Insolvenzabsicherung für Airlines, außerdem müsse der Höchstbetrag, zu dem sich Pauschalreiseanbieter gegen eine Insolvenz absichern könnten, "deutlich angehoben" werden.


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