16.09.2019, 05:50 Uhr

New York (AFP) Opioid-Produzent Purdue will Insolvenz beantragen

Purdue Pharma steht in der Opiod-Krise in der Kritik. Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/Drew Angerer (Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/Drew Angerer)Purdue Pharma steht in der Opiod-Krise in der Kritik. Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/Drew Angerer (Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/Drew Angerer)

US-Unternehmen zu Vergleich in Milliardenhöhe bereit

Einer der wichtigsten Schmerzmittel-Hersteller in den USA, die Firma Purdue, will Insolvenz beantragen. Dies kündigte das Unternehmen am Sonntag (Ortszeit) an. Dem Konzern drohen wegen der Opioid-Krise in den USA tausende Klagen. Purdue sei bereit, im Rahmen eines Vergleichs mehr als zehn Milliarden Dollar (neun Milliarden Euro) zu zahlen.

Purdue stellt das zum Symbol der Opioid-Krise gewordene Schmerzmittel Oxycontin her. Mit dem Vergleich will das Unternehmen einem Prozess entgehen. Die Eigentümer-Familie soll bereits Vermögen ins Ausland geschafft haben: Am Freitag hatte die New Yorker Staatsanwältin Letitia James mitgeteilt, die Familie Sackler habe mindestens eine Milliarde Dollar in die Schweiz überwiesen.

Purdue und die Eigentümer wollen mit einem Vergleich einen Prozess verhindern, der im Oktober vor einem Bundesgericht in Cleveland/Ohio beginnen soll und in dem fast 2300 Klagen zusammengeführt wurden. Die Kläger fordern von zahlreichen Pharmakonzernen Schadenersatzzahlungen für die enormen Folgekosten der Opioid-Krise, etwa für das Gesundheits- und Sozialsystem. In einer vor Gericht eingereichten Schätzung wird von Kosten von 453 Milliarden Dollar innerhalb des kommenden Jahrzehnts ausgegangen.

Kritiker werfen Pharmaunternehmen vor, die Suchtgefahr durch opioidhaltige Schmerzmittel bewusst verschleiert und das massenhafte Verschreiben der Medikamente befördert zu haben. Millionen US-Bürger wurden in der Folge süchtig.

In weniger als zwei Jahrzehnten starben mehr als 400.000 Menschen an einer Überdosis. Allein im Jahr 2017 gab es den Behörden zufolge landesweit rund 47.600 Todesfälle.


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