10.09.2019, 11:16 Uhr

Berlin (AFP) Wohnungswirtschaft und Mieterbund fordern deutlich mehr Geld für Gebäudesanierung

Ausrangierte Heizkörper nach einer Gebäude-Sanierung. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Daniel Karmann (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Daniel Karmann)Ausrangierte Heizkörper nach einer Gebäude-Sanierung. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Daniel Karmann (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Daniel Karmann)

Verbände: Andernfalls sind die Klimaziele im Gebäudesektor nicht zu erreichen

Verbände der Wohnungswirtschaft und der Deutsche Mieterbund haben gemeinsam deutlich mehr finanzielle Unterstützung für die energetische Gebäudesanierung gefordert. Andernfalls seien die deutschen Klimaziele nicht zu erreichen, teilten der Mieterbund, der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW und der Deutsche Verband für Wohnungswesen Städtebau und Raumordnung (DV) am Dienstag mit. Derzeit klaffe eine Finanzierungslücke von mindestens 14 Milliarden Euro pro Jahr.

Allein für vermietete Wohnungen in Deutschland seien jährlich mindestens sechs Milliarden Euro Unterstützung nötig, um die Klimaziele zu schaffen, mahnten die Verbände. Für alle Wohngebäude insgesamt seien es jährlich mindestens 14 Milliarden Euro. Deutschland habe sich verpflichtet, die CO2-Emissionen im Gebäudesektor bis 2030 um rund 40 Prozent auf 72 Millionen Tonnen zu senken. Dafür sei eine "immense Sanierungsleistung" nötig, die unter den derzeitigen Bedingungen nicht bezahlbar sei.

"Die Bundesregierung muss hier kräftig in den Fördertopf greifen", sagte der Präsident des Deutschen Mieterbunds, Lukas Siebenkotten. Die Branche sei bereit, auch ihren Beitrag zu zahlen. "Aber wir schaffen das nicht allein." Siebenkötten warnte angesichts der erwarteten Belastung von Mietern durch die Kosten für die Gebäudesanierung auch vor der Gefährdung des sozialen Friedens. Die Regierung müsse daher beim kommenden Klimakabinett die "wirtschaftlichen und sozialen Handlungsspielräume der Betroffenen" zu berücksichtigen.

Michael Groschek vom DV forderte beim Thema Gebäudesanierung unter anderem auch "mehr Technologieoffenheit", statt sich ausschließlich aufs Dämmen zu konzentrieren. Außerdem sei eine bessere Aufklärung von Eigentümern und vor allem Kleineigentümern nötig. GdW-Präsident Axel Gedaschko verwies zudem auf das Vorbildmodell "Energiesprong" in den Niederlanden, wo Häuser in Serie saniert und mit vorgefertigten industriellen Bauteilen ausgestattet werden.

Neben mehr Geld sei es aber auch wichtig, sektorübergreifende Quartierslösungen zu stärken und Hemmnisse für Eigeninitiativen der Wohnungswirtschaft abzubauen, forderten die Verbände. Nach der Finanzierung ihrer Forderungen befragt erklärten sie, es müsse der Bundesrepublik etwas wert sein, die Klimaziele tatsächlich zu erreichen. Letztlich sei es aber Sache der Politik, die "Verteilung der Milliarden" zu organisieren.


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