08.09.2019, 13:58 Uhr

Washington (AFP) Pompeo schließt Wiederaufnahme der Verhandlungen mit den Taliban nicht aus

US-Außenminister Mike Pompeo. Quelle: AFP/Sebastien ST-JEAN (Foto: AFP/Sebastien ST-JEAN)US-Außenminister Mike Pompeo. Quelle: AFP/Sebastien ST-JEAN (Foto: AFP/Sebastien ST-JEAN)

Radikalislamische Gruppe stößt nach Trumps Absage Drohungen gegen USA aus

Nach dem Abbruch der Verhandlungen mit den Taliban in Afghanistan durch US-Präsident Donald Trump hat US-Außenminister Mike Pompeo eine Wiederaufnahme der Gespräche nicht ausgeschlossen. Die radikalislamische Gruppe müsse ihre "Haltung verändern" und ihre Zusagen einhalten, sagte Pompeo am Sonntag dem US-Fernsehsender ABC. Trump habe noch nicht entschieden, ob US-Truppen aus Afghanistan abgezogen werden sollten.

Die Taliban warnten unterdessen, die USA würden "mehr als irgendjemand" unter den Folgen der Entscheidung Trumps zu leiden haben. "Unser Kampf in den letzten 18 Jahren sollte den Amerikanern bewiesen haben, dass wir nicht zufrieden sind, bis wir das vollständige Ende der Besatzung erleben", erklärte die Gruppierung in einer Twitter-Kurzbotschaft ihres Sprechers Sabihullah Mudschahid. Bis dahin werde der "heilige Krieg zum Erreichen dieses großen Ziels fortgesetzt". Die Taliban äußerten zugleich die Erwartung, dass sich die US-Regierung zu weiteren Verhandlungen bereit erkläre.

Trump erklärte die Gespräche am Samstagabend kurz vor dem möglichen Abschluss eines Abkommens überraschend für beendet. Für diesen Sonntag war nach Trumps Angaben eine Begegnung auf dem Landsitz Camp David nahe Washington geplant, bei dem der US-Präsident führende Taliban-Vertreter und den afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani zu getrennten Treffen empfangen wollte. Als Begründung für die kurzfristige Absage führt Trump den jüngsten Taliban-Anschlag in Kabul an, bei dem ein US-Soldat getötet wurde.

Die USA, die 2001 nach den Terroranschlägen des 11. September in Afghanistan einmarschiert waren und die Taliban gestürzt hatten, verhandelten seit knapp einem Jahr mit der radikalislamischen Gruppe. Der US-Sondergesandte für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, hatte kürzlich erklärt, es gebe bereits eine Grundsatzeinigung. Demnach wollten die USA rund 5000 der insgesamt 13.000 Soldaten von fünf Stützpunkten in Afghanistan abziehen.


0 Kommentare