08.09.2019, 13:49 Uhr

Akçakale (AFP) Erste gemeinsame Patrouille der USA und der Türkei im Nordosten Syriens

Erste gemeinsame Patrouille. Quelle: AFP/Delil SOULEIMAN (Foto: AFP/Delil SOULEIMAN)Erste gemeinsame Patrouille. Quelle: AFP/Delil SOULEIMAN (Foto: AFP/Delil SOULEIMAN)

Maßnahme für "Sicherheitszone" in von Kurden dominiertem Gebiet

Die USA und die Türkei haben im Nordosten Syriens mit der Umsetzung ihrer Pläne für eine "Sicherheitszone" begonnen. Am Sonntag unternahmen gepanzerte Fahrzeuge der türkischen und der US-Truppen ihre erste gemeinsame Patrouille. Die Türkei und die USA hatten Anfang August vereinbart, mithilfe gemeinsamer Patrouillen eine "Sicherheitszone" im kurdischen Nordosten Syriens einzurichten. Die syrische Führung unter Machthaber Baschar al-Assad lehnt das strikt ab.

Nach Angaben eines AFP-Fotografen wurden die gepanzerten Fahrzeuge auch von einem Rettungswagen begleitet. Sie fuhren hinter der türkischen Grenze in westliche Richtung gefahren und beendeten ihre erste Patrouille nach einigen Stunden. Die türkischen Truppen, die nach Angaben des Verteidigungsministeriums auch von Drohnen begleitet wurden, kehrten anschließend in die Türkei zurück.

Damaskus verurteilte den Einsatz. Es handele sich um eine "Aggression", deren Ziel es sei, "die Krise in Syrien zu verkomplizieren und zu verlängern", hieß es in einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf eine Quelle im Außenministerium. Damaskus bekräftigte seine Ablehnung der geplanten "Sicherheitszone", die von der Regierung als Angriff auf die Souveränität und territoriale Integrität Syriens betrachtet wird.

Die Vereinbarung vom 7. August sieht die Schaffung einer bis zu 32 Kilometer breiten "Sicherheitszone" entlang der türkischen Grenze zu den Kurdengebieten in Nordsyrien vor, um türkischen Sicherheitsbedenken Rechnung zu tragen. Die Region wird von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) kontrolliert, die Ankara wegen ihrer engen Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als terroristische Bedrohung einstuft.

Die USA schätzen die syrische Kurdenmiliz dagegen als Verbündeten im Kampf gegen die Dschihadisten in Syrien. Nachdem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan immer wieder mit einer Offensive gegen die YPG in Nordsyrien gedroht hatte, willigten die USA in die Schaffung einer Pufferzone ein. Dazu wurde bereits ein gemeinsames Einsatzzentrum eingerichtet, auch gab es erste gemeinsame Hubschrauberpatrouillen.

In die geplante "Sicherheitszone" sollen syrische Flüchtlinge aus der Türkei zurückkehren. 3,6 Millionen syrische Flüchtlinge leben derzeit in dem Nachbarland - weltweit die meisten. Innenpolitisch wächst der Druck auf die Regierung in Ankara, Rückführungen in sichere Teile Syriens durchzusetzen.

Seit dem Beginn des Kriegs in Syrien im Jahr 2011 wurden rund 370.000 Menschen getötet; Millionen weitere wurden vertrieben.


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