07.09.2019, 10:19 Uhr

Kiew (AFP) Regierungskreise: Ukrainischer Regisseur Senzow bei Gefangenenaustausch dabei

Polizeieskorte mit Bussen am Lefortowo-Gefängnis. Quelle: AFP/Vasily MAXIMOV (Foto: AFP/Vasily MAXIMOV )Polizeieskorte mit Bussen am Lefortowo-Gefängnis. Quelle: AFP/Vasily MAXIMOV (Foto: AFP/Vasily MAXIMOV )

Auch mutmaßlich am MH17-Abschuss Beteiligter kommt frei

Im Zuge des Gefangenenaustausches zwischen Russland und der Ukraine soll nach Angaben aus Regierungskreisen auch der ukrainische Filmemacher Oleg Senzow frei kommen. Der 43-Jährige, der in Russland eine Haftstrafe verbüßt, zähle zu den ausgewählten Häftlingen, hieß es am Samstag aus Kiew.

Senzow ist der bekannteste politische Gefangene aus der Ukraine. Er war 2014 festgenommen worden und verbüßt in einer Strafkolonie im russischen Teil der Arktis eine 20-jährige Haftstrafe wegen "terroristischer Angriffe" auf der 2014 von Russland annektierten Krim-Halbinsel.

Zuvor war verlautet, dass der Austausch von insgesamt 70 Gefangenen angelaufen sei. Wie Behördenvertreter beider Länder der Nachrichtenagentur AFP sagten, hob aus Moskau und aus Kiew jeweils eine Maschine ab, um die freigekommenen Gefangenen in ihre Heimat zurückzubringen.

Auch der in der Ukraine festgehaltene Wladimir Zemach komme frei, hieß es aus ukrainischen Regierungskreisen. Er soll für die Luftabwehr der prorussischen Separatisten in Donezk zuständig und am Abschuss der Passagiermaschine des Flugs MH17 über der Ostukraine beteiligt gewesen sein.

In einem offenen Brief hatten am Mittwoch 40 EU-Abgeordnete den ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj davor gewarnt, Zemach nach Russland ausreisen zu lassen. Schließlich handele es sich um einen "Hauptverdächtigen" beim Abschuss von MH17, der bei den laufenden strafrechtlichen Ermittlungen zu der Tragödie nicht außen vor bleiben dürfe.

Die Beziehungen zwischen Moskau und Kiew sind seit Russlands Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim äußerst angespannt. Der neue ukrainische Präsident Selenskyj hatte Ende Juli einen Gefangenenaustausch angeregt. Russlands Staatschef Wladimir Putin hatte am Donnerstag bestätigt, es sei ein großangelegter Gefangenenaustausch geplant, der "ein großer Schritt hin zur Normalisierung" der russischen Beziehungen zur Ukraine bedeute.


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