07.09.2019, 11:41 Uhr

Marsh Harbour (AFP) Zahl der Hurrikan-Toten auf den Bahamas auf über 40 gestiegen

Emotionale Szenen vor Notunterkunft in Nassau. Quelle: AFP/Brendan Smialowski (Foto: AFP/Brendan Smialowski)Emotionale Szenen vor Notunterkunft in Nassau. Quelle: AFP/Brendan Smialowski (Foto: AFP/Brendan Smialowski)

Hilfe vor Ort läuft nur schleppend an

Nach dem Durchzug von Hurrikan "Dorian" steigt die Zahl der Toten auf den Bahamas weiter an. Regierungschef Hubert Minnis sprach am Freitag von 43 bestätigten Opfern auf den Abaco-Inseln und Grand Bahama, doch müsse mit zahlreichen weiteren Toten gerechnet werden. Hunderte bis tausende Menschen werden nach Angaben eines Behördenvertreters noch vermisst. Wegen der katastrophalen Schäden kommen die Rettungseinsätze unterdessen nur langsam voran.

"Dorian" hatte in den vergangenen Tagen als Wirbelsturm der Höchststufe 5 auf den Bahamas gewütet und mehrere Regionen des Urlauberparadieses in Trümmer gelegt. Allein die Insel Great Abaco ist zu 60 Prozent verwüstet, tausende Menschen dort sind obdachlos. Gesundheitsminister Duane Sands warnte, die endgültige Opferzahl werde "überwältigend" sein. Nach Angaben der Vereinten Nationen brauchen mindestens 70.000 Menschen auf der zwischen Kuba und Florida gelegenen Inselgruppe dringend Hilfe.

Die internationale Unterstützung ist bereits angelaufen, unter anderem stellte die Europäische Union 500.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung. Auch die Bundeswehr beteiligt sich mit 70 Soldaten an den Hilfsaktionen. Hunderte Menschen aus den Katastrophengebieten wurden mit Fähren in die Hauptstadt Nassau gebracht, weitere Bedürftige wurden von der US-Küstenwache und privaten Organisationen in Sicherheit gebracht. Der US-Sänger Lenny Kravitz, dessen Mutter von den Bahamas stammt, beteiligte sich mit Spenden und Lebensmittellieferungen, wie er dem Sender CNN sagte.

Doch angesichts von zerstörten Landebahnen, Hafenanlagen und Telefonverbindungen kommt die Hilfe vor Ort nur schleppend voran, und die Menschen werden ungeduldig: "Es gibt keine Tankstellen mehr, keine Lebensmittelläden, mein Haus ist größtenteils zerstört und ich habe meinen Job verloren", klagte Melanie Lowe, die mit 16 Menschen in einer Zweizimmer-Wohnung in Marsh Harbour ausharren musste, bevor sie am Freitag nach Nassau gebracht wurde.

Unterdessen schwächte sich "Dorian" auf seinem Zug entlang der Südostküste der USA weiter ab. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Stundenkilometern traf er am Freitag als Hurrikan der Kategorie 1 in Cape Hatteras auf den zu North Carolina gehörenden Outer Banks an Land. Von der benachbarten Insel Ocracoke wurden schwere Überflutungen gemeldet.

Überschwemmungen und Stromausfälle hatte es zuvor auch in Charleston im US-Bundesstaat South Carolina gegeben, doch blieben die befürchteten verheerenden Schäden entlang der Küste bislang aus. Am Samstagmorgen zog "Dorian" in Richtung der Insel Nantucket weiter und sorge im Südosten des US-Bundesstaates Massachusetts für heftigen Wind.

Nach Angaben des kanadischen Hurrikan-Zentrums dürfte "Dorian" in Richtung der kanadischen Provinz Nova Scotia ziehen und nahe der Großstadt Halifax auf Land treffen. Die kanadischen Behörden gaben Hurrikanwarnungen für Teile von Nova Scotia und Neufundland aus.


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