05.09.2019, 09:34 Uhr

Peking (AFP) USA und China nehmen Handelsgespräche Anfang Oktober wieder auf

USA und China wollen wieder über Handelsstreit sprechen. Quelle: AFP/Archiv/Brendan Smialowski (Foto: AFP/Archiv/Brendan Smialowski)USA und China wollen wieder über Handelsstreit sprechen. Quelle: AFP/Archiv/Brendan Smialowski (Foto: AFP/Archiv/Brendan Smialowski)

US-Botschafter Grenell: Problem China muss angegangen werden

Die USA und China planen im kommenden Monat die Fortsetzung ihrer Handelsgespräche. Die Unterhändler beider Seiten sollen Anfang Oktober in Washington zusammenkommen, wie das chinesische Handelsministerium am Donnerstag mitteilte. Der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, verteidigte indes den Konfrontationskurs der Regierung von US-Präsident Donald Trump gegenüber China.

Nach Angaben des Handelsministeriums in Peking einigte sich der chinesische Vize-Regierungschef Liu He in einem Telefonat mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer auf die Fortsetzung der Gespräche. Ursprünglich waren sie bereits für diesen Monat vorgesehen.

Beide Seiten hätten sich in dem Telefonat darauf verständigt, "zusammenzuarbeiten und praktische Schritte einzuleiten, um günstige Bedingungen für Gespräche zu schaffen", erklärte das chinesische Handelsministerium. Die Verhandlungspartner strebten auch weiterhin "eine enge Kommunikation" an.

Seit mehr als einem Jahr überziehen sich die beiden Länder gegenseitig mit Strafzöllen in Milliardenhöhe. Zuletzt wurden die Zölle am Sonntag erhöht. US-Präsident Trump beklagt regelmäßig ein zu hohes Handelsdefizit mit China und wirft China unter anderem Diebstahl geistigen Eigentums vor.

US-Botschafter Grenell forderte angesichts der am Donnerstag startenden China-Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen offensiveren Kurs gegenüber der Volksrepublik. "Die Herausforderung, China mit seiner Politik zu konfrontieren, ist überfällig", sagte Grenell den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). "Dieses Problem anzugehen wird Vorteile für alle bedeuten; das Problem zu lösen, wird allen Volkswirtschaften nutzen."

Grenell ging dabei hart mit der bisherigen China-Politik des Westens ins Gericht. Der Westen habe einen "fundamentalen Fehler" gemacht, als er China in die Welthandelsorganisation (WTO) aufgenommen habe, sagte Grenell dem RND. "Wir glaubten, dass sich China in Richtung Rechtsstaatlichkeit, offene Märkte, Menschenrechte und Kapitalismus weiter entwickeln würde. Aber das ist nie passiert."

China manipuliere die Märkte, es sei alles nicht besser, sondern immer schlimmer geworden. "Deutsche und europäische Firmen jubeln den USA zu, weil es endlich jemand mit China aufnimmt", sagte Grenell.

Die US-Wirtschaft sei sehr stark. "Deswegen können wir diesen Konflikt zu lange bestehenden Themen eingehen", sagte der US-Botschafter in Deutschland. "Wir spüren viel Unterstützung von europäischen Regierungen und Firmen. Auch Angela Merkel hat gesagt, dass wir zusammen die China-Frage angehen müssen. Präsident Trump tut genau das."


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