05.09.2019, 09:06 Uhr

Wiesbaden (AFP) Deutsche laut Umfrage so unbesorgt wie seit 25 Jahren nicht

Ein Smiley. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Federico Gambarini (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Federico Gambarini)Ein Smiley. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Federico Gambarini (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Federico Gambarini)

Ängste in Bevölkerung nehmen ab - Politische Befürchtungen dominieren

Die Deutschen sind einer Umfrage zufolge so unbesorgt wie seit 25 Jahren nicht. Der von der R+V-Versicherung jährlich erhobene sogenannte Angstindex - der Durchschnitt aller abgefragten Sorgen - fiel im Vergleich zum Vorjahr 2018 von 47 auf 39 Prozent, teilte diese am Donnerstag in Wiesbaden mit. Das war der niedrigste Stand seit 1994. Mehr als jeder zweite Bundesbürger machte sich demnach allerdings Sorgen über aktuelle politische und gesellschaftliche Probleme.

Befürchtungen aus diesem Bereich verdrängen laut R+V-Versicherung seit vier Jahren in der Wahrnehmung der Deutschen andere Sorgen, etwa aus dem persönlichen Bereich. Trotz Rückgängen im Vergleich zum Vorjahr führten auch 2019 wieder Ängste im Verbindung mit Migration, möglichen sozialen Spannungen und Außenpolitik die Sorgenliste an.

56 Prozent der Befragten befürchteten demnach, dass der Staat durch eine große Zahl von Flüchtlingen überfordert sein könnte. 55 Prozent sorgten sich vor Spannungen zwischen Deutschen und Ausländern bei weiterem Zuzug. Im Vorjahr waren es jeweils 63 Prozent gewesen.

Ebenfalls 55 Prozent der Befragten hatten Angst davor, dass die Politik von US-Präsident Donald Trump die Welt gefährlicher machen könnte. Dies war ein Rückgang um 14 Prozentpunkte im Vergleich zu 2018, als diese Sorge die Rangliste in der Befragung angeführt hatte.

Auf dem vierten Platz folgte die Befürchtung, dass Politiker mit ihren Aufgaben generell überfordert sein könnten. 47 Prozent gaben dies an. Auch dies war ein deutlicher Rückgang um 14 Prozentpunkte seit 2018. Ebenfalls 47 Prozent befürchteten eine Ausbreitung von politischem Extremismus, 45 Prozent steigende Miet- und Wohnkosten.

In Ostdeutschland sind alle Ängste demnach stärker ausgeprägt. Im Jahresvergleich gingen sie sowohl im Westen wie im Osten zurück, im Westen aber erheblich stärker. Der Anteil derer, die sich vor einer Überforderung des Staats und sozialen Spannungen durch Einwanderung fürchten, liegt in Ostdeutschland bei je 64 Prozent der Bevölkerung. Das sind zehn Prozentpunkte mehr als im Westen.

Auch der Anteil derer, die sich um die Konsequenzen von Trumps Politik für die Welt sorgen, erreicht in Ostdeutschland die 60-Prozentmarke. In den westlichen Ländern sind es 54 Prozent. Den größten Abstand gibt es bei Befürchtungen vor steigenden Lebenshaltungskosten. Im Osten hat eine Mehrheit von 55 Prozent der Befragten Angst davor. Im Westen sind es dagegen lediglich 41 Prozent.

Die R+V-Versicherung veröffentlicht ihre Untersuchung "Die Ängste der Deutschen" seit 1992. Sie basiert auf einer repräsentativen Umfrage, bei der die Teilnehmer in diesem Jahr zu ihren Befürchtungen in 22 Themenbereichen befragt wurden. Die Befragung lief zwischen dem 13. Mai und dem 23. Juli. Knapp 2500 Menschen im Alter ab 14 Jahren nahmen daran teil.


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