03.09.2019, 10:16 Uhr

Berlin (AFP) Hongkonger Aktivist schlägt "Demokratie" und "Freiheit" als Namen für Pandababys vor

Joshua Wong im Juni. Quelle: AFP/Archiv/Anthony WALLACE (Foto: AFP/Archiv/Anthony WALLACE)Joshua Wong im Juni. Quelle: AFP/Archiv/Anthony WALLACE (Foto: AFP/Archiv/Anthony WALLACE)

Berliner Zoo kündigt dagegen für Namensgebung Verständigung mit China an

Der Hongkonger Aktivist Joshua Wong hat den Berliner Zoo aufgefordert, die beiden chinesischen Pandababys "Demokratie" und "Freiheit" zu nennen. "Deutschland könnte ein klares Signal an China senden", sagte Wong der "Bild"-Zeitung vom Dienstag. Eine Zoosprecherin bremste diese Hoffnung jedoch: Sie sagte der Nachrichtenagentur AFP, für die Namensgebung werde sich der Zoo zunächst mit seinen chinesischen Partnern verständigen.

"Schon bei der Übergabe Hongkongs von Großbritannien an China hat das chinesische Regime versucht, uns mit einem Geschenk von Pandabären das angeblich freundliche Gesicht Pekings zu zeigen", sagte Wong der "Bild"-Zeitung weiter. Die Realität sei mehr als 20 Jahre nach der Übergabe aber eine andere.

"Diejenigen, die wie wir für Freiheit einstehen, werden brutal verfolgt, eingeschüchtert und eingesperrt", sagte Wong über die Lage in seiner Heimat. Der 22-jährige ist ein Vertreter der Demokratiebewegung in Hongkong, die gegen eine wachsende Einflussnahme Pekings in der chinesischen Sonderverwaltungszone kämpft. Bei Massenprotesten gab es jüngst schwere gewalttätige Auseinandersetzungen.

Im Berliner Zoo hatte die Pandadame Meng Meng am Samstag Zwillinge zur Welt gebracht. Es handelt sich um den ersten in Deutschland geborenen Pandanachwuchs. Meng Meng und der männliche Panda Jiao Qing sind von der chinesischen Regierung an den Zoo ausgeliehen. Chinesische Experten helfen bei ihrer Pflege und der Babyaufzucht.

Die Pandababys sollen bis zu vier Jahre in Berlin bleiben und dann nach China umziehen. Erst wenn das Geschlecht der beiden feststeht, wird der Zoo sich nach Angaben der Sprecherin "gemeinsam mit unseren chinesischen Partnern" über die Namen verständigen. "Eine Beteiligung der Berlinerinnen und Berlin wird voraussichtlich nicht möglich sein", teilte sie mit.

Nach der Geburt der Berliner Eisbärin Hertha im Dezember 2018 hatte der Zoo dazu aufgerufen, Namensvorschläge einzureichen. Insgesamt gingen mehr als 5300 Ideen ein.


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