01.09.2019, 14:07 Uhr

Dresden (AFP) Höhere Wahlbeteiligung in Sachsen und Brandenburg zeichnet sich ab

Ministerpräsidenten Kretschmer (Sachssen, links) und Woidke (Brandenburg). Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Robert Michael (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Robert Michael)Ministerpräsidenten Kretschmer (Sachssen, links) und Woidke (Brandenburg). Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Robert Michael (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Robert Michael)

Schwarz-Rot in Dresden und Rot-Rot in Potsdam dürften abgewählt werden

Bei den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg hat sich ein Anstieg der Wahlbeteiligung abgezeichnet. In beiden Ländern gaben bis zum frühen Sonntagnachmittag mehr Bürger ihre Stimme ab als bei den Wahlen vor fünf Jahren. Sowohl die schwarz-rote Koalition in Sachsen als auch das rot-rote Bündnis in Brandenburg müssen mit dem Verlust ihrer Mehrheit rechnen. Mit Spannung wird das Abschneiden der AfD erwartet.

In Sachsen lag die Wahlbeteiligung um 14.00 Uhr bei 35,1 Prozent, wie Landeswahlleiterin Carolin Schreck mitteilte. Bei der Wahl im Jahr 2014 hatte der Anteil zum gleichen Zeitpunkt erst bei 23,1 Prozent gelegen. In Sachsen können etwa 3,3 Millionen Bürger über die Zusammensetzung des neuen Landtag entscheiden.

In Brandenburg gaben bis 14.00 Uhr von den 2,1 Millionen Wahlberechtigten 31,3 Prozent ihre Stimme ab, wie die Landeswahlleitung mitteilte. Bei der Wahl vor fünf Jahren hatte die Wahlbeteiligung zum gleichen Zeitpunkt erst bei 22,4 Prozent gelegen.

In Brandenburg und Sachsen lag der Anteil nach Schließung der Wahllokale vor fünf Jahren jeweils unter 50 Prozent: In Sachsen bei 49,2 Prozent, in Brandenburg sogar nur bei 47,9 Prozent.

In den beiden ostdeutschen Ländern wird mit einer schwierigen Koalitionsbildung nach der Wahl gerechnet. Sowohl die rot-rote Regierung in Potsdam unter Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) als auch die schwarz-rote Koalition in Dresden unter Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) kamen in Umfragen vor der Wahl auf keine Mehrheit mehr.

In Sachsen droht der CDU nach den 39,4 Prozent bei der Wahl 2014 ein Absturz um bis zu zehn Prozentpunkte, in den Umfragen lag sie zuletzt aber vorn. Die SPD könnte gar in die Einstelligkeit abrutschen. Die AfD lag in Umfragen bei etwa 25 Prozent und damit an zweiter Stelle. Eine Koalition mit den Rechtspopulisten schließen jedoch alle Parteien aus - sowohl in Sachsen als auch in Brandenburg.

In Brandenburg wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und AfD erwartet. Beide Parteien erreichten in den Umfragen der vergangenen Monate gut 20 Prozent. Die SPD dürfte in jedem Fall ihr in Brandenburg schlechtestes Ergebnis seit der Wende einfahren.

Die mit den Sozialdemokraten in Brandenburg regierende Linke bewegte sich in den Umfragen um die 15 Prozent, während der FDP der Einzug und den Freien Wählern mit etwa fünf Prozent der Wiedereinzug in den Landtag gelingen könnte.

In Sachsen könnte es für die Freien Wähler schwierig werden - sie lagen in den Umfragen bei drei oder vier Prozent. Die FDP erreichte in Sachsen dagegen stabile fünf Prozent.

Die Grünen könnten in beiden Bundesländern mehrere Prozentpunkte zulegen. Erstmals in den ostdeutschen Flächenländern sind sowohl in Sachsen als auch in Brandenburg zweistellige Ergebnisse ist Aussicht. Selbst eine Regierungsbeteiligung ist denkbar, in Brandenburg etwa im rot-rot-grünen Format.

In Sachsen wäre eine Koalition von CDU, SPD und Grünen möglich oder auch ein Bündnis aus vier Parteien, sofern die FDP den Einzug in den Landtag schafft. Eine Minderheitsregierung unter seiner Führung schloss Regierungschef Kretschmer bereits aus.


0 Kommentare