30.08.2019, 10:34 Uhr

Offenbach (AFP) Sommer 2019 war laut Wetterdienst der drittheißeste seit Beginn von Messungen

Sommerabend an der Ostsee. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Jens Büttner (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Jens Büttner)Sommerabend an der Ostsee. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Jens Büttner (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Jens Büttner)

Dürre in Deutschland erheblich verschärft - Meteorologen stellen Bilanz vor

Der Sommer 2019 war der drittheißeste in Deutschland seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen vor fast 140 Jahren. Das teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Freitag in Offenbach mit. Mit einer Durchschnittstemperatur von 19,2 Grad wurde er der Sommerbilanz zufolge nur von den Sommern 2003 (19,7 Grad) und 2018 (19,3 Grad) übertroffen. Zugleich verschärfte sich die Dürre in Deutschland im Sommer deutlich.

Im bundesweiten Schnitt war die Niederschlagsmenge mit 175 Litern pro Quadratmeter um 29 Prozent und damit fast ein Drittel niedriger als der Sollwert von 239 Litern. Regional fiel die Bilanz demnach noch wesentlich dramatischer aus. In einem breiten Ost-West-Streifen von Nordrhein-Westfalen bis in südliche Brandenburg fiel nur etwa die Hälfte der eigentlich üblichen Regenmengen, örtlich nur ein Drittel.

In etlichen Bundesländern fiel die Bodenfeuchte laut Wetterdienst auf den niedrigsten Stand seit Beginn von regelmäßigen Messungen 1961. Dies wirke sich insbesondere auf Getreideanbau und Waldbestände aus.

Die Temperatur während der Sommermonate Juni, Juli und August lag um 2,9 Grad über dem durchschnittlichen Wert der Referenzperiode von 1961 bis 1990, die nach internationalen meteorologischen Standards als Basis für Vergleiche herangezogen wird. Großen Anteil daran habe die Hitzewelle zwischen dem 24. und 26 Juli gehabt, erklärte der DWD.

Dabei war in Deutschland jeden Tag die 40-Grad-Marke überschritten worden, in Lingen an der Ems wurde mit 42,6 Grad ein neuer nationaler Temperaturrekord aufgestellt. Laut Wetterdienst wurde der vorherige Rekord von 40,3 Grad zudem an 13 weiteren Messstationen übertroffen.

Die Hitzewelle war durch heiße Luft aus Nordafrika ausgelöst worden, die weit nach Norden vordrang. Insgesamt befand sich Deutschland während des meteorologischen Sommers oft im Einflussbereich von Hochdruckgebieten.

Der Sommer war mit etwa 755 Sonnenstunden auch relativ sonnig. Der Wert lag 25 Prozent über dem Soll und war der vierthöchste, der seit Beginn der Aufzeichnung 1951 registriert wurde.


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