29.08.2019, 20:30 Uhr

Washington (AFP) US-Regierung will Vorschriften gegen Methan-Ausstoß abschaffen

Abfackelung von Gas in einer Förderanlage in Kalifornien. Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/DAVID MCNEW (Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/DAVID MCNEW)Abfackelung von Gas in einer Förderanlage in Kalifornien. Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/DAVID MCNEW (Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/DAVID MCNEW)

Umweltbehörde: Regularien behindern "Fortschritt" in Öl- und Gassektor

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump will Regulierungen gegen den Ausstoß des klimaschädlichen Gases Methan abschaffen. Damit solle die Öl- und Erdgasbranche von "nutzlosen" Belastungen befreit werden, erklärte am Donnerstag der Chef der US-Umweltbehörde EPA, Andrew Wheeler. Gestrichen werden sollen unter anderem Vorschriften, wonach die Unternehmen an Bohrlöchern, Pipelines und Speicheranlagen technische Vorkehrungen dagegen zu treffen haben, dass Methan in die Umwelt austritt.

Die Regulierungen stammen aus der Amtszeit des früheren Präsidenten Barack Obama. Wheeler führte jetzt ins Feld, dass die Vorschriften "Innovation und Fortschritt" behinderten. Auch haben die Unternehmen nach seiner Darstellung einen ausreichenden wirtschaftlichen Anreiz, den Methan-Ausstoß in die Atmosphäre zu reduzieren, da es sich um ein wertvolles Produkt handle. Methan ist der Hauptbestandteil von Erdgas.

Nach Angaben der EPA würde die Streichung der Emissionsvorschriften die Erdgasbranche um 17 bis 19 Millionen Dollar (15,4 bis 17,2 Millionen Euro) im Jahr entlasten. Dies ist für die Konzerne des Sektors allerdings eine überaus bescheidene Summe.

Methan trägt wie Kohlendioxid (CO2) zur Erderwärmung bei. Zwar wird weniger Methan in die Atmosphäre ausgestoßen als CO2. Doch ist der Erwärmungseffekt bei Methan 25 Mal höher als bei Kohlendioxid.

Die von der US-Regierung geplante Abschaffung der Methan-Regeln ist selbst innerhalb der Öl- und Gasbranche umstritten. Die Konzerne BP, ExxonMobil und Royal Dutch Shell haben an die US-Regierung appelliert, die Regularien aufrecht zu erhalten. Ihr Protest ähnelt jenem von mehreren großen Autokonzernen, die gegen die Pläne der Trump-Regierung zur Senkung von Emissionsstandards für Autos Front machen.

Die Streichung der Vorschriften für Methanemissionen tritt noch nicht sofort in Kraft, sondern voraussichtlich erst im kommenden Jahr. Wie bei allen derartigen Änderungen von US-Umweltregularien läuft zuerst eine offizielle Phase für die öffentliche Diskussion über das Vorhaben.

Der neueste Plan reiht sich in eine ganze Serie von Attacken der Trump-Regierung auf Klimaschutzregeln aus der Obama-Zeit ein. So hat die EPA etwa auch ein Programm zur Reduktion der Emissionen aus Kohlekraftwerken gestrichen. Der Obama-Plan für die Kraftwerke war allerdings nie in Kraft getreten, weil von den Republikanern kontrollierte Bundesstaaten juristisch dagegen vorgegangen waren. Gegen das Vorhaben der Trump-Regierung, den Obama-Plan komplett zu streichen, haben inzwischen wiederum andere Bundesstaaten geklagt.


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