29.08.2019, 16:01 Uhr

Washington (AFP) USA wollen vorerst größere Truppenzahl in Afghanistan behalten

US-Soldaten in Afghanistan. Quelle: AFP/Archiv/THOMAS WATKINS (Foto: AFP/Archiv/THOMAS WATKINS)US-Soldaten in Afghanistan. Quelle: AFP/Archiv/THOMAS WATKINS (Foto: AFP/Archiv/THOMAS WATKINS)

Trump: Nach Abkommen mit Taliban sollen 8600 Soldaten bleiben

Die USA wollen auch nach ihrem angestrebten Friedensabkommen mit den radikalislamischen Taliban zunächst weiterhin eine größere Truppenpräsenz in Afghanistan behalten. Die Zahl der dortigen Soldaten solle nach der anvisierten Vereinbarung auf zuerst 8600 Soldaten reduziert werden, sagte US-Präsident Donald Trump am Donnerstag. Danach werde weiter gesehen. Derzeit sind in Afghanistan mehr als 13.000 US-Soldaten stationiert.

Die seit einem Jahr andauernden Verhandlungen zwischen der US-Regierung und den Taliban befinden sich offenbar in der Schlussphase. Ein Taliban-Sprecher hatte am Mittwoch gesagt, der Abschluss eines Abkommens stehe kurz bevor.

Trump lässt die Verhandlungen mit dem Ziel führen, die US-Truppenpräsenz in Afghanistan zurückzufahren. Bisher waren Beobachter davon ausgegangen, dass Trump vor der US-Präsidentschaftswahl im November 2010 die meisten der in Afghanistan stationierten Soldaten abziehen wolle.

Trump äußerte sich nun nicht konkreter dazu, wie es nach der geplanten Reduzierung auf 8600 Soldaten später mit dem Afghanistan-Einsatz weiter gehen könnte. Er machte in einem Interview mit dem Radionetzwerk von Fox News aber deutlich, dass die USA eine permanente Militärpräsenz in dem Land anstreben: "Wir werden immer eine Präsenz haben." Dies begründete er damit, dass der dortige Streitkräfteeinsatz die Lieferung wichtiger geheimdienstlicher Erkenntnisse ermögliche.

Im Gegenzug für den Truppenabbau verlangt die US-Regierung von den Taliban bei den Verhandlungen in Doha unter anderem Garantien dafür, dass Afghanistan nicht zu einem sicheren Rückzugsort für islamistisch-extremistische Gruppierungen wird. Auch fordert die US-Seite, dass die Taliban in Gespräche mit der afghanischen Regierung eintreten und einen Waffenstillstand in dem Bürgerkriegsland ins Auge fassen.

Die USA waren 2001 nach den Anschlägen des 11. September in Afghanistan eingerückt, um das Al-Kaida-Netzwerk zu bekämpfen. Im Verbund mit einheimischen Kräften stürzten sie die damalige Taliban-Regierung in Kabul. Seitdem blieben die US-Truppen im Land. Zwischenzeitlich stieg die Zahl der dort eingesetzten US-Soldaten auf bis zu 98.000. Trump warnte nun, sollte in Zukunft ein weiterer Angriff auf die USA von Afghanistan ausgehen, kämen die USA dorthin mit einer Schlagkraft wie "nie zuvor" zurück.


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