29.08.2019, 13:36 Uhr

Berlin (AFP) Getreideernte in diesem Jahr unterdurchschnittlich - Guter Weinjahrgang erwartet

Mähdrescher bei Weizenernte in Mecklenburg-Vorpommern. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Bernd Wüstneck (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Bernd Wüstneck)Mähdrescher bei Weizenernte in Mecklenburg-Vorpommern. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Bernd Wüstneck (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Bernd Wüstneck)

Ministerin Klöckner schließt Dürrehilfen in diesem Jahr aus

Unterdurchschnittliche Ernte bei Getreide und Raps - optimistische Erwartungen an den Wein: Das Landwirtschaftsministerium hat am Donnerstag den diesjährigen Erntebericht vorgestellt und auf Herausforderungen durch den Klimawandel verwiesen. Da die Zahlen aber besser ausfielen als im Krisenjahr 2018, werde es diesmal allerdings keine Dürrehilfen geben, stellte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) klar. Die Grünen forderten "innovative Konzepte" zur Abfederung von Extremwetterereignissen.

Beim Getreide werde die Erntemenge bei rund 44,7 Millionen Tonnen liegen, erklärte das Ministerium. Das seien zwar 18 Prozent mehr als im Krisenjahr 2018, aber 3,3 Prozent weniger als im Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2018.

Besonders negativ habe sich die Trockenheit auf den Raps ausgewirkt, heißt es in der Bilanz weiter. Viele Landwirte hätten deshalb ganz oder teilweise auf die Rapssaat verzichtet, weitere Bestände hätten umgebrochen werden müssen. Mit rund 857.500 Hektar sei deshalb 2019 die kleinste deutsche Rapsanbaufläche seit 1996 registriert worden. Erwartet werde dieses Jahr nur eine Rapsernte von knapp 2,9 Millionen Tonnen - fast 42 Prozent weniger als im sechsjährigen Durchschnitt.

Auch der Deutsche Bauernverband (DBV) hatte vergangene Woche bei der Vorstellung seiner eigenen Erntebilanz vom "Sorgenkind Raps" gesprochen und eine unterdurchschnittliche Getreideernte prognostiziert. Wie der DBV verwies nun auch das Ministerium zudem auf große regionale Unterschiede bei der Ernte. Vor allem in Brandenburg und Sachsen-Anhalt drücke sich die Wasserknappheit in sehr niedrigen Hektarerträgen aus.

"Optimistische Erwartungen" hat das Landwirtschaftsministerium hingegen an den Weinjahrgang 2019. Auch bei Obst werde es ein "gutes Ergebnis geben", prognostizierte das Ministerium. Bei Äpfeln werde mit einem Aufkommen von 946.000 Tonnen im Marktobstanbau und von rund 350.000 Tonnen von Streuobstwiesen gerechnet.

"Deutlich wird, dass sich unsere Landwirte verstärkt auf den Klimawandel einstellen müssen", erklärte Klöckner. Die Erträge seien insgesamt aber "erfreulicherweise besser als im Vorjahr". Dürrehilfen wie im vergangenen Jahr werde es angesichts dieser Zahlen und Daten jedoch diesmal "nicht geben können". Die Bilanz des Ministeriums stützt sich auf festgestellte Erträge erster ausgewerteter Probeflächen aus dem gesamten Bundesgebiet.

Der Grünen-Agrarexperte Friedrich Ostendorff erklärte mit Blick auf die Folgen der Klimakrise, der Ausnahmezustand werde mittlerweile für die Bauern "zum Alltag". Neben Steuerungsmaßnahmen zur Emissionsreduktion seien daher dringend innovative Konzepte nötig, "um die Extremwetter besser abzufedern". Eine der Kernaufgaben der Bodenbewirtschaftung sei dabei der Humusaufbau. Eine Landwirtschaftsministerin, "die Krisen beschönigt und echte Innovationen behindert", sei dabei nicht hilfreich.


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