28.08.2019, 08:02 Uhr

München (AFP) Umfrage: Maßnahmen für mehr Bildungsgerechtigkeit finden hohe Zustimmung

Schülerinnen in Friedrichshafen. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Felix Kästle (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Felix Kästle)Schülerinnen in Friedrichshafen. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Felix Kästle (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Felix Kästle)

Viele Bürger befürworten gebührenfreie Kitas und Stipendien für arme Studenten

Mögliche Maßnahmen für gleiche Chancen in der Bildung finden einer Umfrage zufolge große Zustimmung in der Bevölkerung. So seien 83 Prozent der Befragten dafür, Stipendienprogramme für einkommensschwache Studenten auszubauen, teilte das Münchner Ifo-Institut am Mittwoch mit. 78 Prozent fänden eine staatliche Übernahme der Kita-Gebühren sinnvoll.

Auch andere Vorschläge, wie die Chancengleichheit im Bildungsbereich erhöht werden könnte, finden der Untersuchung zufolge teils breite Unterstützung. 67 Prozent der Befragten sprachen sich laut Ifo-Institut in diesem Zusammenhang für eine Kindergartenpflicht aus. 61 Prozent fänden eine spätere Aufteilung auf weiterführende Schulen als bisher üblich sinnvoll.

In Schulen mit Schülern aus benachteiligten Verhältnissen sollten mehr staatliche Mittel fließen, meinten 81 Prozent. 64 Prozent befürworteten höhere Gehälter für Lehrer, die viele Kinder aus benachteiligten Verhältnissen unterrichten. Für ein allgemeines Ganztagsschulsystem sprachen sich 56 Prozent der Umfrageteilnehmer aus. Ein gespaltenes Bild ergab sich beim gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Lernschwächen: 44 Prozent waren dafür und 41 Prozent dagegen.

Den Angaben zufolge fänden allerdings auch viele Bürger ein Verteilen staatlicher Mittel nach dem Gießkannen-Prinzip gut. Je nach abgefragtem Bildungsbereich von Kita bis Uni waren 66 bis 76 Prozent dafür.

"Trotz der hohen Zustimmungsraten für Maßnahmen gegen Ungleichheit spricht sich die Mehrheit der Deutschen dafür aus, zusätzliche Mittel gleichmäßig wie mit der Gießkanne zu verteilen, statt sie gezielt für benachteiligte Gruppen zu verwenden. Dies kann möglicherweise den Kampf gegen die Bildungsungleichheit erschweren", erklärte Philipp Lergetporer vom Ifo-Zentrum für Bildungsökonomik.

Zudem denken der Erhebung zufolge 85 Prozent der Befragten, dass ein hoher Bildungsabschluss eher von eigener Anstrengung als von äußeren Umständen abhängt. Gleichwohl halten 60 Prozent die Ungleichheit zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund für ein ernsthaftes oder sehr ernsthaftes Problem.

Für den Ifo-"Bildungsmonitor" waren den Angaben zufolge 4000 Menschen befragt worden.


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