21.08.2019, 14:48 Uhr

Berlin (AFP) Großrazzia wegen Verdachts auf Menschenhandel in Berlin

Großrazzia wegen Verdachts auf Menschenhandel in Berlin. Quelle: dpa/AFP/Paul Zinken (Foto: dpa/AFP/Paul Zinken)Großrazzia wegen Verdachts auf Menschenhandel in Berlin. Quelle: dpa/AFP/Paul Zinken (Foto: dpa/AFP/Paul Zinken)

Mehr als 1900 Beamte durchsuchen hundert Adressen

Großrazzia gegen mutmaßliche Menschenhändler in Berlin: Mehr als 1900 Beamte von Bundespolizei und Zoll sind gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung in der Baubranche vorgegangen. Sie durchsuchten rund hundert Wohn- und Geschäftsadressen, wie die Generalstaatsanwaltschaft und das Hauptzollamt am Mittwoch in der Hauptstadt mitteilte. Betroffen waren auch einige wenige Orte in Brandenburg und Sachsen-Anhalt, wie ein Sprecher des Berliner Hauptzollamts sagte.

Verdächtigt würden sechs Verantwortliche eines Bauunternehmens, wobei es am Mittwoch keine Festnahmen gab. Es bestehe der Verdacht, dass Sozialversicherungsbeiträge nicht abgeführt worden seien, erklärte das Hauptzollamt.

Außerdem sollen Ausländer eingeschleust und Arbeitskräfte ausgebeutet worden sein. Zudem sollen Vorschriften zum Mindestlohn nicht eingehalten worden sein. Der entstandene Schaden wurde auf mindestens 1,7 Millionen Euro beziffert.

Durchsucht wurden demnach Baustellen, Büro- und Geschäftsräume, Wohnungen und Sammelunterkünfte der Arbeitnehmer. Es fanden 186 Vernehmungen statt, zahlreiche elektronische Beweismittel wurden den Angaben zufolge beschlagnahmt.

Die Beamten aller 41 deutschen Hauptzollämter wurden auch von der Ausländerbehörde unterstützt. Die Durchsuchungen in den drei Bundesländern erfolgten nach Angaben des Zolls auf Anordnung der Berliner Staatsanwaltschaft.


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