21.08.2019, 07:42 Uhr

Neu Delhi (AFP) Zwei Tote und ein Verletzter bei Gefecht in indischem Teil von Kaschmir

Abgesperrte Straße in Srinagar. Quelle: AFP/Archiv/PUNIT PARANJPE (Foto: AFP/Archiv/PUNIT PARANJPE)Abgesperrte Straße in Srinagar. Quelle: AFP/Archiv/PUNIT PARANJPE (Foto: AFP/Archiv/PUNIT PARANJPE)

US-Präsident Trump will in dem Konflikt vermitteln

Im indischen Teil der Region Kaschmir sind bei einem Gefecht zwischen Sicherheitskräften und mutmaßlichen Rebellen zwei Menschen getötet worden. Laut Polizeiangaben vom Mittwoch handelte es sich bei den Toten um einen Polizisten und um einen Mann mit Verbindungen zu einer pakistanischen Islamistengruppe. Ein weiterer Polizist wurde den Angaben zufolge verletzt. Der Schusswechsel im Bezirk Baramulla ist der erste Vorfall dieser Art seit dem Entzug der Autonomierechte für den indischen Teil Kaschmirs.

Ein "Terrorist" mit Verbindungen zu der pakistanischen Extremistengruppe Lashkar-e-Taiba (LeT) sei getötet worden, teilte die Polizei in Kaschmir im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. "Waffen und Munition wurden sichergestellt."

Die Spannungen um Kaschmir zwischen Indien und Pakistan hatten sich zuletzt wieder verschärft. Nach pakistanischen Behördenangaben erschossen indische Soldaten am Dienstag an der Grenzlinie drei pakistanische Zivilisten. Demnach töteten pakistanische Soldaten anschließend sechs indische Soldaten.

Die indische Nachrichtenagentur Press Trust of India bezeichnete die Berichte als "komplett falsch". Unter Berufung auf die Behörden schrieb die Nachrichtenagentur, pakistanische Soldaten hätten über die Grenzlinie hinweg auf indische Posten geschossen. Dabei seien ein indischer Soldat getötet und vier weitere verletzt worden.

Neu Delhi hatte vor gut zwei Wochen den in der indischen Verfassung festgelegten Sonderstatus mit Autonomierechten für den indischen Teil Kaschmirs gestrichen und eine Ausgangssperre in der Region verhängt. In Pakistan sorgte die Maßnahme für scharfe Kritik. Am Wochenende lieferten sich indische und pakistanische Soldaten an der Grenzlinie beider Länder in Kaschmir schwere Gefechte.

US-Präsident Donald Trump bot am Dienstag an, in dem Konflikt zu vermitteln. Er kündigte zudem an, das Thema beim Treffen mit Indiens Regierungschef Narendra Modi am Rande des G7-Gipfels im französischen Biarritz am kommenden Wochenende anzusprechen.

Die Situation in Kaschmir sei "sehr kompliziert", sagte Trump. "Es gibt Hindus und es gibt Muslime und ich würde nicht sagen, dass sie gut miteinander klarkommen." Der US-Präsident hatte in den vergangenen Tagen mit Modi sowie mit Pakistans Premierminister Imran Khan telefoniert und nach eigenen Angaben beide Seiten dazu aufgerufen, die Spannungen abzubauen.

Kaschmir ist seit der Unabhängigkeit Britisch-Indiens und einem Krieg zwischen Indien und Pakistan 1947 geteilt. Die Region im Himalaya wird aber bis heute sowohl von Indien als auch von Pakistan vollständig beansprucht. Seit 1989 kämpfen mehrere muslimische Rebellengruppen teils für die Unabhängigkeit Kaschmirs, teils für den Anschluss der Region an Pakistan.


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