20.08.2019, 09:01 Uhr

Berlin (AFP) 61 Prozent der Deutschen halten Staat bei zentralen Aufgaben für überfordert

Polizisten im Einsatz. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Julian Stratenschulte (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Julian Stratenschulte)Polizisten im Einsatz. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Julian Stratenschulte (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Julian Stratenschulte)

Umfrage des Beamtenbunds - Gewerkschaft fordert besseren öffentlichen Dienst

Beinahe zwei von drei Deutschen halten den Staat einer Umfrage für den Deutschen Beamtenbund (DBB) zufolge bei zentralen Aufgaben für überfordert. 61 Prozent seien dieser Meinung, teilte die Gewerkschaft am Dienstag in Berlin unter Berufung auf eine Befragung des Instituts Forsa in ihrem Auftrag mit. Dies sei "logische Konsequenz einer jahrzehntelangen Spar- und Rückzugspolitik".

Diese Entwicklung führe zu Unzufriedenheit mit dem öffentlichen Dienst und müsse daher "dringend" gestoppt werden, forderte DBB-Bundeschef Ulrich Silberbach. "Wir haben besorgniserregende Anzeichen für einen generellen Vertrauensverlust in die Leistungsfähigkeit des Staats in Deutschland." Die "Performance" des Staats müsse daher schnell verbessert werden, unter anderem durch mehr Personal in den Behörden.

Für überfordert halten die Befragten den Staat nach Angaben der Gewerkschaft in den Bereichen Schule und Bildung, Migration, innere Sicherheit, Umweltschutz, Gesundheitsversorgung und soziale Sicherung. Die Menschen erwarteten aber "wirksamen Schutz vor den negativen Auswirkungen von "Globalisierung, Digitalisierung und Entgrenzung", erklärte Silberbach weiter.

Die verbreitete Unzufriedenheit erkläre sich dabei nicht durch negative persönliche Erfahrungen, betonte der DBB-Chef. Sie sei "Ausdruck eines generellen politisch-gesellschaftlichen Unbehagens". Zwei Drittel der Menschen gäben an, im direkten Umgang mit dem öffentlichen Dienst positive Erfahrungen zu machen. Einzelne Berufsgruppen wie Polizisten, Feuerwehrleute und Krankenhausmitarbeiter hätten bei den Bürgern viel Ansehen.


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