19.08.2019, 11:26 Uhr

Frankfurt/Main (AFP) Bundesbank: BIP könnte auch im dritten Quartal sinken

Jens Weidmann, Präsident der Bundesbank. Quelle: POOL/AFP/KIM KYUNG-HOON (Foto: POOL/AFP/KIM KYUNG-HOON)Jens Weidmann, Präsident der Bundesbank. Quelle: POOL/AFP/KIM KYUNG-HOON (Foto: POOL/AFP/KIM KYUNG-HOON)

Industrielle Erzeugung wird wohl "merklich schrumpfen"

Die Bundesbank erwartet vorerst keinen Aufschwung der deutschen Konjunktur. "Die gesamtwirtschaftliche Leistung könnte erneut leicht zurückgehen", teilte die Zentralbank am Montag in ihrem Monatsbericht mit. Ausschlaggebend dafür ist demnach der "anhaltende Abschwung in der Industrie". Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im zweiten Quartal um 0,1 Prozent zum Vorquartal geschrumpft.

Die Bundesbank hält derzeit auch einen Rückgang von Juli bis September für möglich. Denn die deutsche Industrie schwächelt. "Nach den gegenwärtig verfügbaren Daten ist zu erwarten, dass die industrielle Erzeugung auch im laufenden Jahresviertel merklich schrumpfen wird", heißt es in dem Konjunkturbericht. "So gingen bei den Unternehmen im Frühjahr deutlich weniger Aufträge ein als im bereits schwachen Vorquartal."

Sollte das BIP in der Folge erneut sinken, würden Experten von einer Rezession sprechen. Sie ist gegeben, wenn die Wirtschaftsleistung in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen zurückgeht. Im ersten Quartal dieses Jahres war das BIP noch um 0,4 Prozent gewachsen. Der Rückgang in den Monaten April bis Juni war aber der zweite binnen kurzer Zeit: Schon im Herbst 2018 war die deutsche Wirtschaft um 0,1 Prozent geschrumpft.


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