19.08.2019, 02:44 Uhr

Policastro Bussentino (AFP) Französischer Wanderer in Italien tödlich verunglückt

Französischer Wanderer in Süditalien verunglückt. Quelle: Soccorso Alpino e Speleologico italiano/AFP/HO (Foto: Soccorso Alpino e Speleologico italiano/AFP/HO)Französischer Wanderer in Süditalien verunglückt. Quelle: Soccorso Alpino e Speleologico italiano/AFP/HO (Foto: Soccorso Alpino e Speleologico italiano/AFP/HO)

Leiche von 27-Jährigem erst nach neun Tagen gefunden

An der süditalienischen Küste ist ein französischer Wanderer tödlich verunglückt und erst neun Tage nach seinem Notruf gefunden worden. Die Leiche des 27-jährigen Simon Gautier wurde am Sonntag in einer Felsschlucht entdeckt, wie die Polizei der Gemeinde Sapri mitteilte. Rettungskräfte hatten mit einem Großaufgebot mit Unterstützung von Spürhunden, Drohnen und einem Hubschrauber nach dem Franzosen gesucht.

Gautier, der in Rom eine Doktorarbeit in Kunstgeschichte schrieb, wollte allein von der Küstengemeinde Policastro Bussentino in der Provinz Salerno nach Neapel wandern - Luftlinie eine Distanz von rund 170 Kilometern. Seine Tour startete er am 8. August.

Am folgenden Morgen setzte er mit seinem Handy einen Notruf ab: Er war nach eigenen Angaben von einer Klippe gestürzt und hatte sich beide Beine gebrochen. Wo genau er sich befand, konnte Gautier nicht sagen. Der Versuch einer Handy-Ortung gestaltete sich schwierig, weil es in der dünn besiedelten Region nur wenige Funkmasten gibt.

An der Suche beteiligten sich neben Einheiten von Feuerwehr und Bergrettung auch dutzende Freiwillige: Bewohner der Region, Schäfer und angereiste Bekannte. Medienberichten zufolge entdeckte dann am Sonntag ein Mitglied der Bergwacht mit einem Fernglas zunächst Gautiers Rucksack und dann dessen leblosen Körper. Rettungskräfte konnten nur noch den Tod des 27-Jährigen feststellen.

Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian äußerte sich bestürzt über den Tod des Wanderers. Zugleich dankte er den italienischen Behörden für ihren Einsatz.

Angehörige Gautiers haben die italienischen Behörden dagegen kritisiert: Sie werfen ihnen vor, zu langsam reagiert zu haben. Der erste Hubschrauber sei erst 48 Stunden nach dem Notruf des jungen Mannes gestartet. Außerdem seien angesichts der Größe des Suchgebiets zunächst zu wenige Rettungskräfte entsandt worden.

Auch wurden erst eine Woche nach Gautiers Verschwinden Bilder von Überwachungskameras veröffentlicht. Daraufhin meldeten sich Zeugen, die den Franzosen am Vorabend des Unglücks an einem Strand gesehen hatten. Das erlaubte es letztlich, das Suchgebiet deutlich einzugrenzen.


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