16.08.2019, 07:19 Uhr

Wiesbaden (AFP) Zahl der Inobhutnahmen von Kindern und Jugendlichen im vergangenen Jahr gesunken

Schild an einem Jugendamt. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Arno Burgi (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Arno Burgi)Schild an einem Jugendamt. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Arno Burgi (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Arno Burgi)

Weniger junge Flüchtlinge reisen ein - Anstieg bei Maßnahmen wegen Misshandlung

Die deutschem Jugendämter haben im vergangenen Jahr weniger Kinder und Jugendlicher wegen einer möglichen Gefährdung vorläufig in Obhut genommen. Wegen des Rückgangs bei der Einreise von unbegleiteten jungen Flüchtlingen sei die Zahl um knapp 8800 oder 14 Prozent auf 52.600 gesunken, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Der Hauptgrund für Inobhutnahmen war demnach weiterhin eine Überforderung der Eltern.

Fälle mit dieser Begründung hatten einen Anteil von 24 Prozent an allen Vorgängen. Unbegleitete Einreisen von Minderjährigen aus dem Ausland machten 16 Prozent aus. Der Anteil von Maßnahmen, bei denen Jugendämter junge Menschen aufgrund von körperlichen oder psychischen Misshandlungen betreuten, war mit rund 8,3 Prozent die dritthäufigste Ursache. Hier gab es im Vergleich zum Vorjahr 2017 einen starken Anstieg um etwa 1200 Fälle oder 25 Prozent.

Vorläufige Inobhutnahmen sind Hilfsmaßnahmen der Ämter in akuten Krisensituationen. Sie können dem Bundesamt zufolge auf Bitten des Kinds, bei einer Gefährdung des Kindeswohls aber auch von den Behörden selbst eingeleitet werden, bis die Probleme gelöst sind. Damit kann eine vorübergehende Unterbringung etwa in einem Heim oder einer Pflegefamilie gemeint sein, dies muss aber nicht der Fall sein.


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