16.08.2019, 15:24 Uhr

Seoul (AFP) Nordkorea testet offenbar erneut Raketen

Japanisches Fernsehen berichtet über Nordkoreas Raketentests. Quelle: AFP/Kazuhiro NOGI (Foto: AFP/Kazuhiro NOGI)Japanisches Fernsehen berichtet über Nordkoreas Raketentests. Quelle: AFP/Kazuhiro NOGI (Foto: AFP/Kazuhiro NOGI)

Pjöngjang erteilt zudem Gesprächen mit dem Süden eine Absage

Nordkorea hat offenbar erneut Raketen getestet. Der südkoreanische Generalstab erklärte am Freitag, von der nordkoreanischen Ostküste aus seien zwei "nicht identifizierte Projektile" abgefeuert worden. Pjöngjang erteilte überdies jeglichem Dialog mit Südkorea eine Absage. Die Bundesregierung verurteilte die Raketentests als Verstoß gegen UN-Beschlüsse und rief Pjöngjang zur endgültigen Abkehr von seinen Raketen- und Atomprogrammen auf.

Die Fluggeschosse seien nahe der Stadt Tongchon in der Provinz Kangwon gestartet, erklärte der südkoreanische Generalstab. Sie seien ins Ostmeer gestürzt, das auch als Japanisches Meer bekannt ist.

Es war bereits der sechste Raketentest Nordkoreas innerhalb weniger Wochen. Die Führung in Pjöngjang hat die Waffentests teilweise als Reaktion auf ein derzeitiges gemeinsames Militärmanöver von Südkorea und der USA bezeichnet und von einer "Warnung" gesprochen. Die jährlichen Übungen der beiden Verbündeten sorgen in Nordkorea regelmäßig für wütende Reaktionen.

Nach südkoreanischen Angaben wurden bei den Tests der vergangenen Wochen meist ballistische Kurzstreckenraketen abgefeuert. UN-Resolutionen verbieten Nordkorea jeglichen Test ballistischer Raketen. US-Präsident Donald Trump hat aber mehrfach erklärt, dass er die nordkoreanischen Raketentests nicht als Hindernis für weitere Atomverhandlungen mit Pjöngjang betrachte.

Kurz vor dem Raketentest vom Freitag hatte die nordkoreanische Seite verbale Angriffe gegen den Süden gefahren und eine Wiederaufnahme des innerkoreanischen Dialogs abgelehnt. "Es gibt nichts mehr mit den südkoreanischen Behörden zu besprechen", hieß es in einer Erklärung des nordkoreanischen Komitees für eine friedliche Wiedervereinigung. Weitere Treffen mit Vertretern des Südens seien nicht geplant.

In der Erklärung wurden auch Äußerungen von Südkoreas Präsident Moon Jae In über eine Wiedervereinigung von Nord und Süd zurückgewiesen. Moon hatte am Donnerstag das Ziel skizziert, bis zum Jahr 2045 "Frieden und eine Wiedervereinigung" zu erreichen.

Pjöngjang erklärte, der südkoreanische Präsident sei "unverschämt", wenn er angesichts der Militärmanöver mit den USA auf eine Wiederaufnahme des Dialogs mit dem Norden hoffe. Seine Rede sei "töricht".

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin erklärte, die jüngsten Raketentests seien "ein erneuter und eklatanter Verstoß gegen die Verpflichtungen aus einschlägigen Resolutionen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen". Die Bundesregierung fordere Nordkorea auf, "das Völkerrecht zu achten, Drohgebärden zu unterlassen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren".

Nordkoreas "Weg zu einer besseren und sicheren Zukunft" könne nur über einen vollständigen und überprüfbaren Verzicht auf seine ballistischen Raketenprogramme und seine "Programme zur Entwicklung von Massenvernichtungswaffen" führen, hob die Außenamtssprecherin hervor.


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