15.08.2019, 15:25 Uhr

Muzaffarabad (AFP) Pakistan: Fünf indische Soldaten bei Feuergefecht an Grenze zu Kaschmir getötet

Demonstranten verbrennen in Hyderabad Bilder Modis. Quelle: AFP/AKRAM SHAHID (Foto: AFP/AKRAM SHAHID)Demonstranten verbrennen in Hyderabad Bilder Modis. Quelle: AFP/AKRAM SHAHID (Foto: AFP/AKRAM SHAHID)

Lage zwischen den verfeindeten Atommächten extrem angespannt

Bei einem Feuergefecht an der Grenzlinie in der zwischen Pakistan und Indien umstrittenen Region Kaschmir sind nach Angaben der pakistanischen Armee fünf indische Soldaten getötet worden. Die pakistanischen Soldaten hätten auf einen gegnerischen Angriff "effizient" geantwortet, teilte das pakistanische Militär am Donnerstag mit. Dabei habe es auch zahlreiche Verletzte gegeben. Zudem seien Bunkeranlagen beschädigt worden.

Genaue Angaben zum Ort des Feuergefechts machten die pakistanischen Streitkräfte nicht. Die Angriffe von der indischen Seite hätten zugenommen, teilten sie mit. Von indischen Militär- oder Behördenvertretern gab es zunächst keine Bestätigung für das jüngste Feuergefecht und die Todesopfer.

Die Lage zwischen den verfeindeten Atommächten ist extrem angespannt. Der indische Premierminister Narendra Modi hatte vergangene Woche den in der indischen Verfassung festgelegten Sonderstatus mit Autonomierechten für den Bundesstaat Jammu und Kaschmir, den indischen Teil Kaschmirs, gestrichen. Der Bundesstaat soll zudem aufgeteilt und der unmittelbaren Kontrolle Neu Delhis unterstellt werden. Kaschmir wird sowohl von Pakistan als auch von Indien komplett beansprucht.

Bei einem anderen Zwischenfall an der Kontrolllinie zum indischen Teil Kaschmirs wurden nach Angaben eines pakistanischen Regierungsvertreters zwei Zivilisten getötet. In mehreren pakistanischen Städten wie Hyderabad und Karachi wurden bei Protestveranstaltungen Bilder des indischen Regierungschefs verbrannt.

Der pakistanische Regierungschef Imran Khan hatte Indien im Kaschmir-Konflikt am Mittwoch einen "Kampf bis zum Ende" angedroht. Es sei an der Zeit, Indien "eine Lektion zu erteilen", sagte Khan.

Der UN-Sicherheitsrat will sich am Freitag mit der Streichung des Sonderstatus für den indischen Teil Kaschmirs befassen. Nach Angaben von Diplomaten in New York setzte die polnische Ratspräsidentschaft das Thema auf die Tagesordnung einer Sitzung hinter verschlossenen Türen.

Der wieder aufgeflammte Kaschmir-Konflikt reicht bis zur Unabhängigkeit des ehemaligen Britisch-Indien und der damit einhergehenden Abspaltung Pakistans im August 1947 zurück. Zweimal, 1947 und 1965, führten Indien und Pakistan Kriege um die mehrheitlich muslimische Region. 1949 wurde Kaschmir von der UNO zwischen beiden Staaten aufgeteilt - beide beanspruchen die Region aber weiterhin zur Gänze.


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