14.08.2019, 10:20 Uhr

Berlin (AFP) Hohe Zustimmung unter Verbrauchern für Nutri-Score zur Nährwertkennzeichnung

Nutri-Score auf einem Joghurt. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Christophe Gateau (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Christophe Gateau)Nutri-Score auf einem Joghurt. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Christophe Gateau (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Christophe Gateau)

Landwirtschaftsministerium kritisiert Umfrage von Foodwatch und anderen Verbänden

Die Verbraucher in Deutschland zeigen eine hohe Zustimmung zum sogenannten Nutri-Score zur Nährwertkennzeichnung auf Lebensmitteln. Eine Forsa-Umfrage mit 1003 Teilnehmern ergab nach Angaben der Organisation Foodwatch sowie der Diabetes Gesellschaft und weiterer Verbände, dass 69 Prozent der Ampelkennzeichnung den Vorzug gegenüber einem Modell des zum Landwirtschaftsministerium gehörenden Max-Rubner-Institut (MRI) geben. Für das vom MRI entwickelte Wabenmodell sprachen sich demnach 25 Prozent aus.

Den Umfrageteilnehmern wurden beispielhaft Lebensmittel gezeigt, die mit den beiden Modellen gekennzeichnet waren. Im Anschluss sollten sie die Kennzeichnungen danach bewerten, ob sie verständlich sind und die Wahl erleichtern. Der Nutri-Score, der bereits in anderen europäischen Ländern zum Einsatz kommt, bildet ein Ampelsystem von A (grün) bis E (rot) ab. Er wird auch von Foodwatch und weiteren Verbänden präferiert.

Der "Wegweiser Ernährung" genannte Vorschlag des MRI vergibt Sterne für den Nährwert der Lebensmittel und listet zusätzlich etwa den Anteil von Zucker, Salz und Fett auf der Verpackung der Produkte auf. Laut Foodwatch wählten vor allem Befragte mit einem geringeren Bildungsgrad und jene mit starkem Übergewicht den Nutri-Score. Für sie sei es besonders wichtig, dass eine Kennzeichnung verständlich sei, erklärte die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium startete kürzlich eine eigene Verbraucherbefragung zur Nährwertkennzeichnung. Diese umfasst neben dem Nutri-Score und dem "Wegweiser Ernährung" auch das in skandinavischen Ländern eingesetzte Schlüssellochzeichen, das einer reinen Positivkennzeichnung entspricht, sowie einen Entwurf der Lebensmittelwirtschaft mit farblich hervorgehobenen Kreisdiagrammen für die einzelnen Nährwerte.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium verwies zum einen darauf, dass das MRI sein eigenes Kennzeichnungsmodell "unabhängig von inhaltlichen Vorgaben unseres Ministeriums" entwickelt habe. Außerdem kritisierte das Ressort von Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU), dass Foodwatch eine Umfrage über zwei Modelle erheben lasse, "deren Methodik vollkommen im Unklaren bleibt".


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