11.08.2019, 09:19 Uhr

Köln (AFP) Greta Thunberg besucht überraschend Tagebau Hambach - Kritik an Natur-Zerstörung

Greta Thunberg mit Aktivisten im Hambacher Forst. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Oliver Berg (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Oliver Berg)Greta Thunberg mit Aktivisten im Hambacher Forst. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Oliver Berg (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Oliver Berg)

Klimaaktivistin: Ziviler Ungehorsam in manchen Fällen notwendig

Die schwedische Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg hat am Samstag überraschend den Hambacher Forst im rheinischen Braunkohlerevier besucht und im Kampf gegen die Erderwärmung einen sofortigen Kohleausstieg angemahnt. Sie sei zutiefst tief bestürzt "angesichts dieser Zerstörung", sagte die 16-Jährige am Rand des Tagebaus Hambach. "Wir zerstören unsere Natur", fügte sie nach Angaben der Anti-Kohle-Initiative Ende Gelände hinzu.

Der Hambacher Wald an der Abbaukante des Tagebaus ist durch Proteste von Umweltschützern und Forstbesetzern zum Symbol für den Kampf gegen die Kohleverstromung geworden. Derzeit gibt es in dem Waldgelände westlich von Köln einen Rodungsstopp.

Thunberg zeigte Verständnis für die Waldbesetzer. "Es ist absurd, dass Menschen das tun müssen, um den Wald zu schützen." In manchen Fällen sei ziviler Ungehorsam notwendig, "wenn nichts anderes funktioniert, und so lange er friedlich ist, niemand verletzt und nichts zerstört wird".

Laut Ende Gelände traf Thunberg am Samstag auf ihrem Weg zum Klimagipfel in New York neben Forstbesetzern auch Menschen, die von Umsiedlungen wegen des Braunkohleabbaus betroffen sind. Deutschland müsse - genauso wie der Rest der Welt - "sofort und schnell aus der Kohle aussteigen und RWE muss die Zerstörung des Hambacher Waldes stoppen", forderte Thunberg nach Angaben der Aktivisten. "Unser Krieg gegen die Natur muss heute enden."

Thunberg rief zur Teilnahme an den weltweiten Klimademonstrationen am 20. und 27. September auf. Auf die Schwedin, die mit einem Segelschiff zum UN-Klimagipfel im September nach New York reisen will, geht die Bewegung Fridays for Future zurück. Jeden Freitag demonstrieren unter diesem Motto junge Menschen in vielen Ländern gegen ausbleibende Klimaschutzmaßnahmen.


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