10.08.2019, 19:16 Uhr

Oslo (AFP) Ein Verletzter bei Angriff auf Moschee in Norwegen


Zeuge berichtet von schwer bewaffnetem Angreifer mit Helm und Uniform

Ein schwer bewaffneter Angreifer ist in eine Moschee in Norwegen eingedrungen und hat einen Gläubigen verletzt. Ein Verdächtiger sei festgenommen worden, erklärte die Osloer Polizei am Samstag. Der Vorfall ereignete sich in der Stadt Bärum, einem Vorort der norwegischen Hauptstadt.

Der Leiter der Al-Nur-Moschee, Irfan Mushtaq, sagte der Lokalzeitung "Budstikka", ein Gemeindemitglied sei von einem "weißen Mann mit Helm und Uniform" angeschossen worden. Dem Sender TV2 sagte Mushtaq, der Angreifer habe ein Gewehr und mehrere Pistolen getragen. Er habe eine Scheibe eingeschlagen, bevor er um sich geschossen habe.

Die Polizei sprach zunächst ebenfalls davon, das Opfer sei angeschossen worden. Später hieß es in einer Erklärung, das Opfer sei nur leicht verletzt und es sei unklar, ob die Verletzungen durch Schüsse verursacht wurden. Bei dem mutmaßlichen Angreifer handele es sich um einen jungen Mann. Weitere Informationen zu dem Verdächtigen und seinem möglichen Motiv gab es zunächst nicht.

Der Zeitung "VG" sagte der Moschee-Leiter Mushtaq, er habe in der Moschee Patronenhülsen und Blut auf dem Teppich gesehen, "und dann sehe ich eines unserer Gemeindemitglieder auf dem Angreifer sitzen, blutbeschmiert". Der Mann, der den Angreifer überwältigt habe, sei ein 75-Jähriger, der offenbar nach dem Gebet noch zur Koranlektüre geblieben sei. Die Moschee habe vor dem Angriff keinerlei Drohungen erhalten, sagte Mushtaq.

Der Sender NRK berichtete, die Polizei habe mehrere Waffen im Inneren der Moschee gefunden. Ein Besucher der Moschee habe den Mann überwältigt und bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten. Der Sicherheitsdienst der norwegischen Polizei (PST) erklärte, er verfolge die Entwicklungen. "Es ist zu früh, um Schlüsse daraus zu ziehen", sagte PST-Sprecher Martin Bernsen.

In Norwegen hatte sich im Juli 2011 einer der schwersten rechtsextremen Anschläge überhaupt ereignet. Der Rechtsextreme Anders Behring Breivik tötete damals bei einem Bombenanschlag in Oslo acht Menschen und erschoss 69 weitere auf der Insel Utöya, die meisten Jugendliche.

Im März erschoss ein Rechtsextremer bei Anschlägen auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch 51 Menschen. Eine der angegriffenen Moscheen trägt den selben Namen wie die Al-Nur-Moschee in Bärum. Der mutmaßliche Täter von Christchurch veröffentlichte vor seiner Tat ein Manifest, wonach er unter anderem von Breivik inspiriert war.


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