09.08.2019, 20:22 Uhr

Washington (AFP) Trump äußert Verständnis für Kims Kritik an Militärübung mit Südkorea

Trump ist erfreut über Kims neuen Brief . Quelle: AFP/Nicholas Kamm (Foto: AFP/Nicholas Kamm)Trump ist erfreut über Kims neuen Brief . Quelle: AFP/Nicholas Kamm (Foto: AFP/Nicholas Kamm)

US-Präsident stellt weiteres Treffen mit Nordkoreas Machthaber in Aussicht

US-Präsident Donald Trump hat erneut Verständnis für die Politik von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un geäußert. Er teile dessen Kritik an den gemeinsamen Militärübungen der USA mit Südkorea, sagte Trump am Freitag in Washington. Er stellte ein weiteres Treffen mit Kim in Aussicht. Dieser habe ihm einen "großartigen" Brief geschrieben. Trump übte zugleich Kritik an den US-Verbündeten Japan und Südkorea.

Kim habe in seinem Brief die jüngsten Raketentests als Vergeltung für das Großmanöver der beiden Verbündeten bezeichnet, sagte Trump. Kim habe geschrieben, dass er nicht "erfreut ist über die Militärübungen", erklärte der US-Präsident. "Ich habe sie auch noch nie gemocht." Als Grund nannte er die hohen Kosten der Manöver.

Nordkorea hatte in den vergangenen Wochen vier Raketentests vorgenommen. Zuletzt feuerte Pjöngjang am Dienstag zwei mutmaßliche Kurzstreckenraketen ab, einen Tag nach Beginn der Militärübungen. Kim bezeichnete diesen Test als Warnung an Südkorea und die USA.

Die jährlichen Militärmanöver der beiden Verbündeten sorgen in Nordkorea regelmäßig für wütende Reaktionen. Nach dem ersten Gipfeltreffen von Trump und Kim im vergangenen Jahr in Singapur wurden sie zurückgefahren, um die Gespräche mit Nordkorea zu erleichtern.

Trump betonte zuletzt immer wieder, dass er die Raketentests nicht als Hindernis für neue Verhandlungen mit Pjöngjang betrachte. Am Freitag bekräftigte er diese Ansicht. Er verwies darauf, dass Nordkorea keine Atomwaffen und keine Langstreckenraketen getestet habe.

Der US-Präsident erklärte sich außerdem zu einem vierten Treffen mit Kim bereit, ohne jedoch einen möglichen Termin oder weitere Details zu nennen.

Einen deutlich kritischeren Ton schlug Trump derweil gegenüber den US-Verbündeten in der Region an. "Südkorea und Japan streiten die ganze Zeit", sagte Trump. "Sie müssen miteinander klarkommen." Japan und Südkorea liefern sich derzeit einen erbitterten Handelsstreit.

Zuletzt hatten sich Trump und Kim Ende Juni in der entmilitarisierten Zone zwischen den beiden koreanischen Staaten getroffen. Trotz ihrer Ankündigung, die Gespräche über eine atomare Abrüstung Nordkoreas wieder aufzunehmen, herrscht in den Verhandlungen weiterhin Stillstand.


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