05.08.2019, 13:13 Uhr

Hamburg (AFP) 41-Jährige wegen Hilfe bei Vorbereitung von schwerem IS-Anschlag vor Gericht

Die Angeklagte neben ihrem Verteidiger vor Gericht. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Christian Charisius (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Christian Charisius)Die Angeklagte neben ihrem Verteidiger vor Gericht. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Christian Charisius (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Christian Charisius)

Prozess vor Hamburger Oberlandesgericht - Frau sollte Attentäter heiraten

Wegen Unterstützung bei der Vorbereitung eines schweren islamistischen Anschlags steht eine 41-Jährige seit Montag vor dem Oberlandesgericht in Hamburg. Die Bundesanwaltschaft wirft der gebürtigen Bremerin unter anderem vor, sich 2016 gegenüber der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zur Aufnahme und Heirat eines Attentäters bereit erklärt zu haben, der aus Syrien eingeschleust werden sollte. Dazu kam es aber nicht.

Laut Anklage stand die Angeklagte vor drei Jahren im September 2016 per Messengerapp mit einer namentlich bekannten jüngeren Deutschen in syrischen IS-Gebieten in Kontakt, die gemeinsam mit ihrem Partner einen schweren Anschlag auf eine Großveranstaltung in Deutschland "mit zahlreichen Todesopfern" vorbereitete. Um welche es sich dabei handeln sollte, blieb demnach aber unklar.

Nach Angaben eines Gerichtssprechers bestritt die Beschuldigte zum Prozesstauftakt, in die Planungen eines Anschlags eingebunden oder sich zur Heirat von Attentätern bereit erklärt zu haben. Sie räumte ein, mit einer Frau in Syrien in Kontakt gestanden zu haben. Sie habe aber nicht gewusst, dass diese zum IS gehört habe. Sie gab demnach auch zu, damals von der IS-Ideologie begeistert gewesen zu sein. Dies sei rückblickend ein großer Irrtum gewesen.

Die Frau besorgte sich nach Überzeugung der Anklage unter falschem Namen eine Mobilfunknummer und richtete damit verschiedene Konten in Messengerdiensten und sozialen Netzwerken ein, über die weitere Absprachen abgewickelt wurden. In diesem Rahmen erklärte sie sich auch bereit, einen nach Deutschland eingeschleusten IS-Attentäter zu Tarnungszwecken bei sich aufzunehmen und diesen zu heiraten.

Nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft versuchten aufgrund der Einwilligung der Angeklagten im November 2016 tatsächlich zwei potenzielle Attentäter, nach Deutschland zu reisen. Demnach gelang es ihnen jedoch nicht, das Bürgerkriegsland Syrien zu verlassen.

Die 41-Jährige ist wegen Unterstützung einer Terrororganisation im Ausland in vier Fällen angeklagt. Sie wurde auf Basis entsprechender Ermittlungsergebnisse der Sicherheitsbehörden im Dezember vorigen Jahres in Hamburg festgenommen. Dort wohnte sie zuletzt. Für den Prozess sind Termine bis Ende Oktober angesetzt.


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