04.08.2019, 12:34 Uhr

Teheran (AFP) Iranische Revolutionsgarden setzen erneut ausländisches Schiff fest

Iranische Handelsschiffe in Dubai. Quelle: AFP/Archiv/Karim SAHIB (Foto: AFP/Archiv/Karim SAHIB)Iranische Handelsschiffe in Dubai. Quelle: AFP/Archiv/Karim SAHIB (Foto: AFP/Archiv/Karim SAHIB)

Wegen mutmaßlichen Schmuggels von 700.000 Litern Treibstoff

Zum dritten Mal binnen eines Monats hat der Iran ein ausländisches Schiff im Persischen Golf festgesetzt. Die iranischen Revolutionsgarden brachten das Schiff wegen mutmaßlichen Schmuggels von 700.000 Litern Treibstoff in der Nähe der Insel Farsi auf, wie die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna am Sonntag unter Berufung auf die Revolutionsgarden berichtete. Die Herkunft des Schiffs blieb zunächst offen.

Der Zugriff auf das ausländische Schiff im Norden des Persischen Golfs sei bereits am Mittwochabend erfolgt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Fars, die für ihre Nähe zu den Revolutionsgarden bekannt ist. Sieben ausländische Besatzungsmitglieder seien festgenommen worden. Das Schiff wurde nach Angaben der Revolutionsgarden in die Hafenstadt Buschehr gebracht worden. Der Treibstoff sei an die iranischen Behörden übergeben worden.

Die Marineeinheit der Revolutionsgarden war den Angaben zufolge auf Patrouille durch den Persischen Golf, als sie das Schiff festsetzte. Dieses sei auf dem Weg zu einem arabischen Staat in der Golfregion gewesen, zitierte Fars den Leiter der Marineeinheit, General Ramesan Sirahi.

Der Iran hatte bereits zuvor zwei Schiffe in der Region festgesetzt. Am 18. Juli beschlagnahmten die Revolutionsgarden den unter der Flagge Panamas fahrenden Tanker "Riah". Wenig später setzten sie in der Straße von Hormus, der Meerenge zwischen Persischem Golf und dem Golf von Oman, den britischen Tanker "Stena Impero" fest. Zudem wurden mehrere Tanker angegriffen, wofür Washington ebenfalls den Iran verantwortlich machte.

Die Vorfälle hatten die Spannungen in der Golfregion infolge des Austritts der USA aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran nochmals deutlich verschärft. Die USA wollen eine internationale Militärkoalition zum Schutz von Öltankern auf der vor allem für den internationalen Ölhandel sehr wichtigen Route.

Vor dem Hintergrund der angespannten Lage verhängten die USA einem Bericht des US-Magazins "New Yorker" zufolge Sanktionen gegen den iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif, weil er ein Treffen mit Trump ausgeschlagen habe. Demnach überbrachte US-Senator Rand Paul Sarif bei Gesprächen in den USA Mitte Juli die Einladung Trumps ins Weiße Haus.

Mit den bereits am Mittwoch verhängten Sanktionen wurde das Vermögen Sarifs in den USA oder unter Zugriff der US-Behörden eingefroren. Auch die Reisemöglichkeiten Sarifs außerhalb des Iran sollen beschränkt werden. Der Iran verurteilte den Schritt.

Dennoch hält der iranische General Ahmadresa Purdastan das Risiko einer militärischen Eskalation des Konflikts in der Golfregion für gesunken. "Alle Länder, die Interessen in der Region haben, wollen keinesfalls eine neue Krise im Mittleren Osten sehen", sagte Purdastan nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Mehr. Zudem seien die militärischen Fähigkeiten seines Landes so weit entwickelt, dass sie auf die "Feinde" des Iran abschreckend wirkten.

Der frühere US-General David Petraeus hält dagegen eine weitere Eskalation für möglich. "Weder Präsident Trump noch Irans Oberster Führer scheinen auf einen Krieg aus zu sein", sagte der frühere CIA-Direktor und ehemalige Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte in Afghanistan und dem Irak dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Montagsausgaben). "Nichtsdestotrotz gibt es Anlass zur Sorge, dass ein kleinerer Zwischenfall zur unbeabsichtigten Eskalation und damit zu einem gefährlichen Konflikt führt."


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