03.08.2019, 09:30 Uhr

Hongkong (AFP) Tausende Demonstranten setzen Proteste in Hongkong fort

Neue Kundgebung in Hongkong am Samstag. Quelle: AFP/Isaac LAWRENCE (Foto: AFP/Isaac LAWRENCE)Neue Kundgebung in Hongkong am Samstag. Quelle: AFP/Isaac LAWRENCE (Foto: AFP/Isaac LAWRENCE)

Erneute Kundgebung trotz Drohungen von chinesischer Armee und Festnahmen

Trotz schärfer werdender Warnungen aus Peking haben in Hongkong erneut mehrere tausend Menschen gegen die Regierung protestiert. Die Demonstranten versammelten sich am Samstag in einem Park im Viertel Mong Kok, wo mehrere Reden gehalten wurden. Die Polizei hatte den Demonstrationszug in dem dicht besiedelten Viertel zunächst untersagt, musste diesen aber letztlich zulassen.

Die Opposition hatte für das Wochenende zu neuen Protesten aufgerufen. Am Freitagabend demonstrierten in der chinesischen Sonderverwaltungszone tausende Staatsbedienstete. Für Sonntag und Montag sind weitere Demonstrationen geplant.

Die Behörden hatten zuletzt eine härtere Linie gegen die Demokratiebewegung eingeschlagen. Dutzende Demonstranten und Aktivisten wurden in dieser Woche festgenommen. Die chinesische Volksbefreiungsarmee hatte zudem kürzlich in einem Video aus ihrer Hongkonger Garnison gewarnt, sie habe alle "Einsatzmöglichkeiten", um die Sicherheit in der Sonderverwaltungszone und Chinas "nationale Souveränität" aufrechtzuerhalten.

Die derzeitigen Proteste in Hongkong waren durch ein später zurückgezogenes Auslieferungsgesetz ausgelöst worden, das die Überstellung von Verdächtigen an das chinesische Festland erlaubt hätte. Später weiteten sie sich zu einer Bewegung gegen den wachsenden Einfluss Pekings in Hongkong aus.

China hatte bei der Übernahme Hongkongs der früheren britischen Kronkolonie einen 50 Jahre lang gültigen Sonderstatus zugesichert - was bedeutete, dass unter der Devise "Ein Land, zwei Systeme" die demokratische Grundordnung, große wirtschaftliche Freiheit sowie Bürgerrechte in Hongkong gewahrt bleiben sollten.


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