01.08.2019, 06:48 Uhr

Osnabrück (AFP) Handwerk fordert Entschädigung für "enorme Ausbildungsleistung" der Branche

Azubi beim Gasschweißen. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Sebastian Kahnert (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Sebastian Kahnert)Azubi beim Gasschweißen. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Sebastian Kahnert (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Sebastian Kahnert)

Wollseifer: Wir sind die Ausbilder der Nation und andere ziehen Nutzen daraus

Das Handwerk hat eine Entschädigung für die "enorme Ausbildungsleistung" der Branche gefordert. Es könne nicht sein, dass 28 Prozent aller Azubis in Deutschland im Handwerk ausgebildet würden und "wir der Ausbilder der Nation sind, aber andere daraus Nutzen ziehen", sagte Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Donnerstag. Die Ausbildungsleistung verdiene Wertschätzung. Das "sollte auch finanziell spürbar werden".

Er wünsche sich, dass Betriebe bei den Sozialabgaben entlastet würden. "Für Azubis muss bei der Kranken-, Pflege- und Unfallversicherung dasselbe wie für Studenten gelten", sagte Wollseifer der "NOZ". Studenten dürften bis zum 25. Lebensjahr auf dem Ticket ihrer Eltern kranken- und pflegeversichert sein. "Warum steht das Auszubildenden eigentlich nicht zu?"

Wollseifers Angaben zufolge investiert ein Betrieb durchschnittlich bei einer dreijährigen Lehre rund 16.500 Euro in die Ausbildung eines jungen Menschen. "Das ist eine starke Leistung", sagte der Handwerkspräsident.

Insgesamt waren 2018 im Handwerk 368.033 Lehrlinge in Ausbildung. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge lag 2018 bei 140.579. Zahlen für 2019 liegen noch nicht vor. Viele Ausbilder tun sich nicht nur schwer, geeigneten Nachwuchs zu finden, gute Leute werden auch nach der Lehre oft abgeworben.


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