31.07.2019, 10:30 Uhr

Detmold (AFP) Verfahren gegen einen der Hauptangeklagten im Lügde-Prozess abgetrennt

Andreas V. im Lügde-Prozess vor dem Landgericht Detmold. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Bernd Thissen (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Bernd Thissen)Andreas V. im Lügde-Prozess vor dem Landgericht Detmold. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Bernd Thissen (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Bernd Thissen)

Beschuldigter derzeit verhandlungsunfähig - Auswirkung auf Zeitplan noch unklar

Wegen Erkrankung eines der beiden Angeklagten hat das Landgericht Detmold den Sitzungsplan im Prozess um den hundertfachen Kindesmissbrauch von Lügde geändert. Die Strafkammer trennte das Verfahren gegen den derzeit verhandlungsunfähigen Andreas V. ab und beraumte für Freitag einen sogenannten Schiebetermin an, wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch mitteilte. Unklar war zunächst, ob durch die Erkrankung der gesamte Prozesszeitplan durcheinander geraten könnte.

V. wird nun am Freitag kurz vor Gericht erscheinen, damit die maximal zulässige Unterbrechungsdauer von drei Wochen in dem Prozess nicht überschritten wird. Bereits am Donnerstag soll wie geplant gegen den zweiten Angeklagten Mario S. weiterverhandelt werden. Sollte V. bald wieder verhandlungsfähig sein, könnten beide Verfahren erneut zusammengeführt werden.

Mit den Urteilen gegen die geständigen V. und S. könnte laut bisheriger Planung der Detmolder Strafkammer Ende August zu rechnen sein. Den für Freitag kommender Woche angesetzten Verhandlungstermin hob die Strafkammer auf. Unsicher ist derzeit, ob das Gericht weitere Verhandlungstermine streichen oder aber zusätzliche Prozesstage ansetzen wird.

Der Fall Lügde gilt als einer der größten Missbrauchsskandale der vergangenen Jahrzehnte. Der jahrelange Kindesmissbrauch auf dem Campingplatz Eichwald in Lügde-Elbrinxen wurde Ende Januar bekannt. V. und S. gelten als Haupttäter der Missbrauchsserie im nordrhein-westfälischen Kreis Lippe. Wegen Beihilfe und Anstiftung wurde am 17. Juli ein dritter Angeklagter vom Landgericht Detmold zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.


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