25.07.2019, 11:33 Uhr

Brüssel (AFP) EU geht gerichtlich gegen Kriminalisierung von Flüchtlingshilfe in Ungarn vor

Ungarns Ministerpräsident Orban bei EU-Gipfel am 2. Juli. Quelle: POOL/AFP/GEOFFROY VAN DER HASSELT (Foto: POOL/AFP/GEOFFROY VAN DER HASSELT)Ungarns Ministerpräsident Orban bei EU-Gipfel am 2. Juli. Quelle: POOL/AFP/GEOFFROY VAN DER HASSELT (Foto: POOL/AFP/GEOFFROY VAN DER HASSELT)

EU-Kommission ruft den Europäischen Gerichtshof in Luxemburg an

Die EU-Kommission geht gerichtlich gegen die Kriminalisierung von Flüchtlingshilfe in Ungarn vor. Wie die Kommission am Donnerstag mitteilte, schaltet sie wegen des so genannten "Stopp-Soros-Gesetzes" in Ungarn den Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg ein. Die Gesetzgebung in Ungarn führe zu einer Kriminalisierung der Flüchtlingshilfe und schränke das Asylrecht "weiter ein", erklärte die Kommission.

Das im Juni 2018 vom ungarischen Parlament beschlossene Gesetzespaket firmiert wegen des US-Milliardärs George Soros unter dem Namen "Stopp-Soros-Gesetz". Der rechtsnationale ungarische Ministerpräsident Viktor Orban wirft Soros vor, illegale Einwanderung in Ungarn über die Finanzierung von Hilfsorganisationen zu fördern.

Das umstrittene Gesetz verbietet Hilfeleistungen für Asylbewerber im Namen einer Organisation. Dabei drohen Flüchtlingshelfern Freiheitsstrafen von bis zu einem Jahr. Die EU-Kommission entschied sich nun zur Einschaltung des Europäischen Gerichtshofs, weil ihre Warnungen in Budapest "weiter nicht beachtet" worden seien.

Zwischen der EU und dem ungarischen Regierungschef gibt es zahlreiche Streitpunkte. Brüssel hält Orban vor, sich zusehends von den in der EU üblichen Demokratie- und Rechtsstaatsstandards zu entfernen.


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