24.07.2019, 14:27 Uhr

Stuttgart (AFP) Vier Jahre Haft für früheren Chef von örtlicher Schariapolizei in Syrien

Statue der Justitia. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Volker Hartmann (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Volker Hartmann)Statue der Justitia. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Volker Hartmann (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Volker Hartmann)

37-Jähriger in Stuttgart verurteilt - Ehemals Mitglied in Dschihadistenmiliz

Wegen Mitgliedschaft in der früheren Dschihadistenmiliz Al-Nusra-Front hat das Stuttgarter Oberlandesgericht (OLG) einen 37-jährigen Syrer zu vier Jahren Haft verurteilt. Laut Urteil vom Mittwoch sahen es die Richter als erwiesen an, dass er zwischen 2013 und 2014 in seinem Heimatland unter anderem eine von Al-Nusra eingerichtete örtliche Abteilung der sogenannten Schariapolizei geleitet hatte.

In dieser Funktion nahm er in der von der islamistischen Organisation kontrollierten Stadt Tabka etwa Verhaftungen vor. Der Prozess wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrorvereinigung lief seit Mitte Mai, der Angeklagte war teils geständig. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Revision beim Bundesgerichtshof ist möglich.

Die Al-Nusra-Front - auch Dschabhat al-Nusra genannt - war der Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida im Bürgerkriegsland Syrien. Sie ging später im Dschihadistenbündnis Hajat Tahrir al-Scham auf, das bis heute die Kontrolle über die nordsyrische Provinz Idlib ausübt.

Nach Gerichtsangaben saß der Angeklagte nach der Eroberung von Tabka durch die konkurrierende Dschihadistenmiliz Islamischer Staat 2014 zwischenzeitlich in einem Gefängnis. Danach setzte er sich mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in die Türkei ab.

Von dort kam er 2015 mit der Familie nach Deutschland. Der Prozess ergab demnach aber keine Hinweise darauf, dass der Mann hierzulande islamistischen Einstellungen anhing.


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