24.07.2019, 20:05 Uhr

Paris (AFP) Hitzewelle sorgt für neuen Temperaturrekord in Deutschland

Thermometer in der Sommersonne. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Fredrik Von Erichsen (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Fredrik Von Erichsen)Thermometer in der Sommersonne. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Fredrik Von Erichsen (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Archiv/Fredrik Von Erichsen)

Allzeithochs auch in Belgien und den Niederlanden

In Deutschland ist am Mittwoch die höchste Temperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen worden. In der Stadt Geilenkirchen nördlich von Aachen wurden nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) 40,5 Grad gemessen. Damit sei der bisherige deutsche Hitzerekord vom 5. Juli 2015 mit 40,3 Grad im bayerischen Kitzingen überboten worden. Die zweite Hitzewelle innerhalb von zwei Monaten sorgte auch in Belgien und den Niederlanden für Temperaturrekorde.

Der neue deutsche Temperaturrekord könnte jedoch nur von kurzer Dauer sein und bereits am Donnerstag wieder gebrochen werden. "Morgen wird es regional noch etwas heißer", erklärte der DWD. "Möglicherweise hat der heutige Rekord nur einen Tag Bestand."

Das Hoch "Yvonne" dürfte die Quecksilbersäule in der Westhälfte Deutschlands am Donnerstag auf Höchstwerte zwischen 37 und 40 Grad klettern lassen. Punktuell sind auch noch höhere Temperaturen möglich. Der DWD gab eine bundesweite Hitzewarnung heraus, die bis Donnerstag um 19.00 Uhr gilt.

Auch den Niederlanden war es am Mittwoch so heiß wie noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen: In Gilze en Rijen im Süden des Landes stieg das Thermometer auf 38,8 Grad und brach damit den Rekord von 1944 mit 38,6 Grad.

Belgien, wo erstmals die Hitzewarnstufe Rot galt, meldete ebenfalls seine höchste Temperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1833. Laut Chef-Meteorologe David Dehenauw wurden auf dem Militärflugplatz Kleine-Brogel in Flandern 39,9 Grad gemessen, 1,1 Grad mehr als im vergangenen Sommer.

Bis zum Ende der Hitzewelle am Freitag wurde weiter mit Spitzentemperaturen gerechnet. Vorsorglich zogen mehrere Behörden der Stadt Brüssel den Feierabend für ihre Mitarbeiter im Außendienst bis Freitag auf 13.00 Uhr vor.

In Frankreich wurde ebenfalls für weite Teile Hitzewarnung herausgegeben, im Norden des Landes galt ab dem Nachmittag sogar die höchste Stufe. Mehrere Städte hatten bereits am Dienstag Hitzerekorde gemeldet.

Doch das Schlimmste steht am Donnerstag bevor: Der französische Wetterdienst sagt Temperaturen zwischen 37 und 42 Grad vorher - auch in Paris dürfte dann der bisherige Rekord aus dem Jahr 1947 fallen. In 73 der 96 Départements schränkten die Behörden wegen der Trockenheit den Wasserverbrauch ein.

Die Hitze setzte auch den Sportlern der Tour de France zu. Die Fahrer könnten rund einen Liter Flüssigkeit pro Stunde durch Schwitzen verlieren, aber nur rund die Hälfte durch Trinken kompensieren, sagte Jacky Maillot, der Arzt des Teams Groupama-FDJ.

Großbritannien rechnet für Donnerstag mit dem wärmsten Tag seiner Geschichte. "Wir werden wahrscheinlich den Hitzerekord für den Monat Juli von 36,7 Grad übertreffen, und es besteht sogar die Möglichkeit, dass der absolute Rekord von 38,5 Grad gebrochen wird", teilte der britische Wetterdienst mit.

Die britische Eisenbahngesellschaft Network Rail ließ wegen der hohen Temperaturen die Geschwindigkeit ihrer Züge drosseln. In London wurden nach Polizeiangaben drei Menschen nach einem Bad in der Themse vermisst.

In Luxemburg und Italien warnten die Behörden die Bevölkerung ebenfalls vor der Belastung durch extreme Hitze. Für die italienischen Städte Bozen, Brescia, Florenz, Perugia und Turin galt am Mittwoch Alarmstufe Rot. Am Donnerstag sollten voraussichtlich weitere Städte folgen, darunter auch Rom.

In den USA wurde nach der Hitzewelle vom Wochenende im Potomac-Fluss in der Hauptstadt Washington ein neuer Temperaturrekord gemessen. Das Wasser hatte mit 34 Grad Badewasser-Temperatur, wie die US-Behörde Geological Survey mitteilte.

Während Europa unter der Hitze ächzt, kämpft Bolivien derzeit mit extremer Kälte. Für sechs der neun Regionen gab der Wetterdienst Kältewarnungen heraus. Wegen starken Schneefalls und eisiger Winde wurden zeitweise einige wichtige Verbindungsstraßen gesperrt. In mehreren Regionen fiel zudem der Schulunterricht aus.


0 Kommentare