18.07.2019, 18:26 Uhr

Moskau (AFP) Putin und Macron wollen Bemühungen zur Rettung von Atomabkommen "stärken"

Wladimir Putin und Emmanuel Macron. Quelle: AFP/Archiv/LUDOVIC MARIN (Foto: AFP/Archiv/LUDOVIC MARIN)Wladimir Putin und Emmanuel Macron. Quelle: AFP/Archiv/LUDOVIC MARIN (Foto: AFP/Archiv/LUDOVIC MARIN)

Russlands Außenminister Lawrow kritisiert USA scharf

Russlands Staatschef Wladimir Putin und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wollen für "verstärkte Bemühungen" zur Rettung des Atomabkommens mit dem Iran eintreten. Beide Staatschefs seien sich während eines Telefonats einig gewesen, dass das Abkommen ein "wichtiger Faktor zur Sicherung des Friedens in der Golfregion" sei, teilte der Kreml am Donnerstag mit. Irans Präsident Hassan Ruhani rief Macron nach Angaben Teherans telefonisch zu einer "Beschleunigung" der Maßnahmen zur Rettung des Abkommens auf.

Das Abkommen sei nach Ansicht Putins und Macrons ein zentraler Faktor, um das Ziel der Nichtverbreitung von Atomwaffen zu gewährleisten, teilte der Kreml mit. Macron habe die Verantwortung der Europäer, Russlands und Chinas für die Aufrechterhaltung des Abkommens betont und an Teheran appelliert, die Vereinbarungen aus dem Abkommen einzuhalten, erklärte der Elysée-Palast.

Während seiner Rede beim Petersburger Dialog in Königswinter bei Bonn sagte Russlands Außenminister Sergej Lawrow, es wäre aus seiner Sicht ein Fehler, dem Iran die Schuld an der aktuellen Situation zuzuweisen.

US-Präsident Donald Trump hatte vergangenes Jahr den einseitigen Ausstieg seiner Regierung aus dem internationalen Atomabkommen von 2015 erklärt. Seither haben die USA eine Reihe von Sanktionen gegen den Iran verhängt. Dies hat zu einer massiven Verschärfung der Spannungen zwischen Washington und Teheran geführt.

Lawrow betonte in Bonn, dass "alle verbliebenen Parteien" in dem Atomabkommen eine gemeinsame Position einnehmen müssten. "Wir werden kein Ergebnis erzielen, wenn behauptet wird, dass die Sicherstellung des Abkommens allein vom Iran abhängt", sagte Lawrow. Das Benehmen der USA widerspreche den "Normen zivilisierter Kommunikation", sagte Lawrow. Er sei davon überzeugt, "dass unsere europäischen Partner eine bestimmtere und deutlichere Position einnehmen könnten", fügte er an.

Deutschlands Außenminister Heiko Maas forderte den Iran dazu auf, seine Verpflichtungen einzuhalten. Das Überschreiten der im Abkommen vereinbarten Grenzwerte für die Urananreicherung sei "inakzeptabel", betonte Maas.

Anfang Juli hatte Teheran erstmals die zulässige Menge niedrig angereicherten Urans überschritten. Eine Woche später verstieß der Iran auch gegen die Begrenzung der Urananreicherung auf 3,67 Prozent.

Ruhani betonte in seinem Telefongespräch mit Macron laut der Webseite der iranischen Regierung, dass sein Land "entschlossen" sei, alle Möglichkeiten zur Erhaltung des Abkommens offen zu halten.


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