10.07.2019, 12:13 Uhr

Leipzig (AFP) Gewaltsamer Protest gegen geplante Abschiebung in Leipzig

Demonstranten blockieren einen Einsatzwagen. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Julius Hoheisel (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Julius Hoheisel)Demonstranten blockieren einen Einsatzwagen. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Julius Hoheisel (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Julius Hoheisel)

Polizisten mit Steinen und Flaschen beworfen - Elf Beamte verletzt

Der Protest gegen eine geplante Abschiebung in Leipzig ist teilweise in Gewalttätigkeiten ausgeartet. Mehrere hundert Menschen demonstrierten in der Nacht zum Mittwoch gegen die Abschiebung eines Manns, wie die Polizei mitteilte. Anschließend eskalierte die Lage, Polizisten seien mit Steinen und Flaschen beworfen worden. Nach Angaben des Landesinnenministeriums wurden elf Beamte verletzt und drei Einsatzfahrzeuge beschädigt.

Zunächst blockierten am Dienstagabend den Angaben zufolge rund 30 Menschen einen Einsatzwagen und versuchten, die Abschiebung zu verhindern. An einer später angemeldeten Spontandemonstration beteiligten sich dann rund 500 Menschen. Anschließend seien die Einsatzkräfte mit Flaschen und Steinen beworfen worden.

Die Polizei habe daraufhin mit "unmittelbarem Zwang" reagiert, hieß es im Kurzbotschaftendienst Twitter. Nach Angaben des Leipziger Grünen-Politikers Jürgen Kasek setzte die Polizei auch Pfefferspray ein. Bei dem Abzuschiebenden soll es sich um einen Syrer handeln, der nach Spanien ausgewiesen werden soll, weil er dort vor zwei Jahren zuerst Asyl beantragt haben soll, wie Kasek in seinem Blog schrieb.

Der Einsatz im Leipziger Osten war demnach erst gegen 03.00 Uhr morgens beendet. Der Mann, der abgeschoben werden sollte, sei weggebracht worden, erklärte die Polizei. Die Abschiebung war eigentlich für Dienstagabend 20.30 Uhr geplant gewesen.

Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) verurteilte die Gewalt gegen Einsatzkräfte. Er sei "entsetzt darüber, mit welcher Wut und Gewalt die Polizeibeamten bei ihrer Arbeit bedroht und angegriffen wurden", erklärte Wöller in Dresden. "Wer Einsatz- und Rettungskräfte mit Steinen und Flaschen bewirft, gefährdet Menschenleben und greift unseren Rechtsstaat an." Wöller forderte harte Strafen für die Tatverdächtigen.


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