10.07.2019, 08:34 Uhr

Wiesbaden (AFP) Lebenslange Haft wegen Vergewaltigung und Mordes an 14-jähriger Susanna

Ali B. im Wiesbadener Landgericht. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Boris Roessler (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Boris Roessler)Ali B. im Wiesbadener Landgericht. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Boris Roessler (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Boris Roessler)

Gericht stellt zudem besondere Schuldschwere für angeklagten Iraker fest

Im Prozess um die Vergewaltigung und den Mord an der 14-jährigen Mainzer Schülerin Susanna F. ist der angeklagte Iraker Ali B. zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Wiesbaden stellte am Mittwoch zudem die besondere Schwere seiner Schuld fest, was eine frühzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ausschließt. Zudem entschied das Gericht, die Anordnung der Sicherungsverwahrung nach dem Ende der Haftzeit vorzubehalten.

Das Gericht folgte mit seinem Urteil der Forderung der Staatsanwaltschaft. Der zur Tatzeit 21-jährige B. hatte im Prozess gestanden, Susanna im Mai vergangenen Jahres an einem Bahndamm nahe Wiesbaden erwürgt und verscharrt zu haben. Eine Vergewaltigung stritt er hingegen ab.

B. habe bei seiner Tat "kaltblütig" agiert, sagte Richter Jürgen Bonk in seiner Urteilsbegründung. Im Prozess habe er zudem "kein ernstzunehmendes Wort des Bedauerns geäußert". Bonk attestierte B. eine "frauenverachtende Haltung". Frauen seien für ihn ein "Mittel zu selbstbezogener Bedürfnisbefriedigung". Susanna sei von B. "einfach benutzt" worden.

Der Fall erlangte große Aufmerksamkeit, weil B. ein abgelehnter Asylbewerber ist. Nach der Tat setzte er sich mit seiner Familie in die Kurdengebiete im Nordirak ab, wo er von Sicherheitskräften festgenommen wurde. In einem weiteren Prozess muss sich B. wegen der mutmaßlichen Vergewaltigung einer Elfjährigen verantworten.


0 Kommentare